ARCH+ 80

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Erschienen in ARCH+ 80,
Seite(n) 24-27

ARCH+ 80

Architecture de Terre

Von Doat, Patrice /  Serwe, Hans-Jürgen

Patrice Doat von CRATerre (Grenoble) im Gespräch mit Hans-Jürgen Serwe

ARCH+: CRATerre hat als Expertengruppe für Lehmbautechniken inzwischen einen Ruf weit über die Grenzen Frankreichs hinaus. Die Abkürzung CRATerre birgt den etwas unhandlichen Namen „Centre international de recherche et d'application pour la construction en terre" oder zu deutsch „Internationales Zentrum für Erforschung und Anwendung von Lehm- oder Erdkonstruktionen". Der französische Begriff „architecture de terre" geht ja etwas weiter als der eingrenzende deutsche „Lehmbau". Auf meiner Hinfahrt durch die Departements der Region Rhöne-Alpes sprangen mir die Scheunen in pisede-terre förmlich in die Augen und die vielen zwar verputzten, aber leicht bauchigen, sich nach oben verjüngenden Bauernhäuser lassen vermuten, daß sich dahinter ebenfalls Lehmkonstruktionen verbergen. War also Euer Zugang zum Baustoff Erde/Lehm ein regionalistischer und ging vielleicht sogar primär von denkmalschützerischen Aspekten der Erhaltung traditioneller Architekturen aus?

PATRICE DOAT: Eigentlich nicht und gewisserweise vielleicht doch. Es fing noch zu unserer Studentenzeit hier an der Architekturfakultät in Grenoble an. Wir waren damals, 1972, im 4. Studienjahr und beschäftigten uns mit dem Problem, wie man mit billigen Materialien, die noch dazu einfach zu verarbeiten sein mußten, Einzelnen oder Kollektiven die Möglichkeit geben könnte, sich selbst ein Haus zu bauen. Es gab in der Folge von Mai 1968 an den Architekturfakultäten in ganz Frankreich eine Diskussion um „autoconstruction", also Selbstbau, ähnlich wie in den Fabriken über „autogestion", also Selbstverwaltung, diskutiert wurde...

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