ARCH+ 80

Download-Preis: 0,60 € In den Warenkorb


Erschienen in ARCH+ 80,
Seite(n) 47-48

ARCH+ 80

Liegt die Zukunft des Lehmbaus in seiner Mechanisierung?

Von Minke, Gernot /  Uhlig, Günther

Gernot Minke im Gespräch mit Günther Uhlig

ARCH+: Herr Minke, wie konkurrenzfähig ist das Lehmhaus im Vergleich mit einem konventionell gebauten? Handelt ein Bauherr rationell, der sich heute für den Baustoff Lehm entscheidet?

Gernot Minke: Das ist immer noch die kritischste Frage. Im Grunde ist die Technik des Lehmbaus weitgehend entwickelt. Aber das Problem ist, daß es nicht die Handwerker und die Bauunternehmer gibt, die das wirtschaftlich anbieten können. Wir müssen Handwerker ausbilden, Unternehmer beraten, mit ihnen Projekte durchführen, damit die Sache in Schwung kommt.

ARCH+: Aber es hat doch, Herr Minke, auch in Deutschland eine entwickelte Lehmbautechnik gegeben, noch in den 50er Jahren wußte man damit umzugehen, in den frühen und späten 20er Jahren wurden ganze Wohnsiedlungen in Lehm errichtet. Was ist so schwer daran?

Minke: Genau hier zeigt sich das Problem. Die traditionelle Lehmbauweise, welche Technik das auch immer war, ist sehr arbeitsaufwendig. Mit 20 Stunden pro cbm kommt man kaum aus, es gibt Techniken, da benötigt man 30-40 Stunden/cbm. Das ist unrealistisch, das kann man heute nicht mehr machen. Allenfalls im Selbstbau, wo andere Werte eine Rolle spielen wie Identifikation, wie die Erfahrung, sich selbst etwas zu schaffen, wo auch Arbeitszeit nichts kostet. Vom Selbstbau möchte ich hier einmal absehen. Denn ich habe Ihre Eingangsfrage so verstanden, daß wir uns über die Marktfähigkeit des Lehmbaus unterhalten wollen. Das ist in der Tat das gegenwärtig interessanteste, es geht um das Bauen im größeren Maßstab, um das industrialisierte Bauen...

SSS Siedle Dornbracht Euroboden
Feedback erwünscht!