ARCH+ 57/58

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Erschienen in ARCH+ 57/58,
Seite(n) 4-5

ARCH+ 57/58

Der Mythos

Von Bodenschatz, Harald

Westberlin zu Füßen Schinkels 

Schinkel, Schinkel über alles! Schinkel in allen Blättern, im Radio, im Fernsehen. Schinkel heute - ein Mythos fernab der historischen Realität. Das Zentrum des Mythos: Berlin diesseits wie jenseits der Mauer. Motor und Produktionshallen des Mythos: die Schinkelausstellungen, im Osten im Alten Museum, im Westen in der Orangerie des Charlottenburger Schlosses (Thema: Karl Friedrich Schinkel - Architektur, Malerei, Kunstgewerbe) und - mit subversiven Elementen durchsetzt im wiederhergestellten MartinGropius-Bau (Thema: Karl Friedrich Schinkel - Werke und Wirkungen). Merkmale eines Architektenmythos Schinkel - diese Buchstabenfolge, die auf der Zunge zergeht wie märkische Schnecken in preußischer Butter, erinnert heute weniger an einen Architekten aus Fleisch und Blut, der sich in einer finsteren Zeit arrangieren mußte. Schinkel heute - das heißt vielmehr Kniefall vor einem Heros mit geschlossenen Augen, heißt schauervoll erregte Huldigung, heißt Spinnen an einem immer dichteren Gespinst, das die Raupe verpuppt und den Schmetterling (der Postmoderne?) verheißt...

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