ARCH+ 174


Erschienen in ARCH+ 174,
Seite(n) 48-51

ARCH+ 174

Charles und Dee Wyly Theater, Dallas

Von OMA /  Koolhaas, Rem /  Ramus, Joshua

Wer heute ein Theater entwirft, bezieht sich auf eine Tausende Jahre alte Tradition, muß jedoch auch gleichzeitig das Theater als politischen Raum erhalten, in dem die Reflexion unserer Gegenwart wie auch die Entwicklung zukünftiger Ausdrucksformen stattfinden können. Obgleich seit langem vom Kino verdrängt, kann das Theater kaum auf ein Überleben durch Anverwandlung als populäre Unterhaltung hoffen. Statt dessen ist das Theater überall auf der Welt herausgefordert, sich einen Platz am Rande des kulturellen Mainstreams zu erobern, ohne jedoch Teil davon zu werden. Denn nur aus dieser kritischen Distanz heraus kann das Theater auch weiterhin seiner traditionellen Funktion als Spiegel und Kritiker von Gesellschaft und Kultur nachkommen.

Im typischen Theater droht die Wucherung sowohl der Vorräume wie auch der Hinterbühne längst den eigentlichen Bühnenraum zu erdrücken und die Aufführungen vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Die Konzentration dieser Nebenfunktionen sowohl unter wie auch über dem Zuschauerraum erzeugt dagegen neue Möglichkeiten der Befreiung, der Zugänglichkeit, der Flexibilität, der Freiheit und der Präsenz.

SSS Siedle Dornbracht Euroboden
Feedback erwünscht!