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ARCH+ 178


Erschienen in ARCH+ 178,
Seite(n) 58-61

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Architektur als Immersionskunst

Von Sloterdijk, Peter

Die Ausdrücke Immersion und Immersionskunst sind noch nicht sehr alt. Sie entspringen dem Diskurs über moderne Computerkunst, wo man seit den späten 1980er und frühen 1990er Jahren über das Eintauchen in künstliche Wahrnehmungswelten spricht. Es geht also um ein künstlerisches Verfahren, das mit dem Wort immersion bezeichnet wurde. Immersion, englisch ausgesprochen, bedeutet, Sie lassen sich darauf ein, mit Hilfe von technologischen Apparaturen in künstliche Environments einzutauchen, etwa unter dem Datenhelm oder mittels einer elektronischen Brille. Durch diese Techniken werden Menschen endlich als Wesen ernst genommen, zu deren Natur selbst das Tauchen gehört – und zwar nicht bloß im nassen Element, sondern in Elementen oder Umgebungen schlechthin. Das Verfahren ist seit längerem bekannt, etwa aus dem Kontext der Pilotenausbildung in Flugsimulatoren; doch schon die Panoramen des 19. Jahrhunderts nahmen das moderne Problem des Halluzinationsmanagements und des Immersionswechsels vorweg. Es geht beim Phänomen der artifiziellen Immersionen darum, dass sich Umgebungen im Ganzen austauschen lassen – nicht nur die Bilder, die man, in der Regel gerahmt, in Galerien vor Augen hat. Immersion ist ein Entrahmungsverfahren für Bilder und Anblicke, die zur Umgebung entgrenzt werden...

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