ARCH+ 180

Kostenloser Download


Erschienen in ARCH+ 180,
Seite(n) 10-15

ARCH+ 180

Convertible City

Von Ernst, Almut /  Grüntuch, Armand

Formen der Verdichtung und Entgrenzung

Modes of Densification and Dissolving Boundaries – English Version: see below

Die 10. Internationale Architektur-Biennale Venedig 2006 „Cities, Architecture and Society“ thematisiert unter der Leitung von Richard Burdett die Veränderungen urbanen Lebens zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt heute in St.dten. Mehr denn je wird städtisches Leben von vielfältigen Überlagerungen ökonomischer, sozialer, geografischer, politischer, kultureller und gestalterischer Transformationsprozesse geprägt.

Das Thema des deutschen Beitrages führt in die Kernbereiche deutscher Großstädte, zu Orten, an denen sich die ältesten Spuren aus der Vergangenheit mit den neuesten Spuren in die Zukunft überlagern. Die Zentrifugalkraft, die jahrzehntelang Familien und Unternehmen an den Stadtrand drängte, wird schwächer. Die Innenstadt, die lange Zeit nur als laut, unattraktiv und gefährlich angesehen wurde, erlebt über alle Altersschichten und Lebensstile hinweg neue Wertschätzung.

Die Europäische Stadt ist noch immer in ihrer Gestalt wesentlich durch Tradition und Historie bestimmt und somit anders als die rasant wachsenden neuen Metropolen im asiatischen oder lateinamerikanischen Raum. Das ist eine wunderbare Qualität, aber es geht nicht um die Musealisierung der Europäischen Stadt, sondern um ihre Weiterentwicklung, um Kontinuität und den Eigensinn einer jeden Epoche, das heisst um das Weiterbauen an der Stadt.

Die Umstrukturierung der Industriegesellschaft, der aktuelle demografische Wandel und eine zunehmend pluralistische Gesellschaft stellen in Deutschland besondere Herausforderungen an Architektur und Städtebau. Die Stadt als Spiegel einer Gesellschaft lebendiger Vielschichtigkeit muss neu stabilisiert und generiert werden. Die demografische Entwicklung und der Wandel der Gesellschaft bringen neue Lebensentwürfe hervor. Ältere Menschen ziehen zurück in die Stadt, die Dreißig- und Vierzigjährigen wandern nicht mehr automatisch an den Stadtrand. An die Stelle der klassischen Kleinfamilie treten Single-, allein Erziehende-, Wohngemeinschafts- oder Mehrgenerationen-Lebensentwürfe. In den Städten stellt sich die Aufgabe der Integration von Zuwanderern in unsere Gesellschaft, die auch eine kulturelle Bereicherung anbieten. Der Umbau von einer Industrie- zu einer Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft eröffnet neue Möglichkeiten, die vorhandenen Infrastrukturen der Städte, ihre Gebäude, Straßen und Versorgungseinrichtungen besser und nachhaltiger zu nutzen.

Die Revitalisierung der Städte beschäftigt uns als Architekten schon seit längerer Zeit. Wir stellen fest, dass dabei immer häufiger Aufgaben auf uns zukommen, die Architekten einen kreativeren Umgang mit Bestandssituationen und eine innovativere Auseinandersetzung mit Urbanität abfordern. Im Umbruch befinden sich viele deutsche Städte. Hamburg, Duisburg, Köln und Düsseldorf erobern den Stadtrand ihrer früheren Hafenareale wieder für die Stadt zurück. Berlin repariert und verdichtet sein historisches Zentrum. Frankfurt erweitert den Stadtraum seiner engen Innenstadt durch vertikale Verdichtung und die Transformation früherer Gewerbegelände. Umstrukturierungen des Bahnverkehrs eröffnen München und Stuttgart große Gebiete für neues städtisches Leben und Arbeiten. Wo sich ehemals Kasernen erstreckten, entstehen nicht nur in Tübingen und Freiburg neue Stadtquartiere.

Höchst individuelle Lösungsansätze für verschiedene Orte und Funktionen im Umbruch werden uns als Architekten abverlangt. Konversionen und Lückengebäude sind oft die ersten Pioniere für die Reprogrammierung städtischer Orte. Neue Lebens- und Arbeitswelten verlangen nach einer Neuinterpretation von Lebensqualität und stehen für ein neues Lebensgefühl, für eine neue Lust an der Stadt. Die erlebte und gefühlte Stadt wird zu einem Thema, das sich aus ganz persönlichen Erfahrungen entwickelt, wie etwa dem Wunsch Büro und Familie in der Innenstadt zu verbinden. Andererseits erreichen Events und temporäre Gebäude in der Stadt eine immer größere Aufmerksamkeit und wecken das öffentliche Interesse für eine Stadt weit über den Kreis ihrer Stadtbewohner hinaus. Gerade während der Fußball-Weltmeisterschaft haben wir erleben können, wie rasch sich Städte verwandeln und positive Energien aktivieren konnten.

Mit dem diesjährigen Thema der Biennale „Cities, Architecture and Society“ stellt sich uns auch die Frage nach der gesellschaftspolitischen Rolle der Architekten: Welchen Beitrag können Architekten zum Stadtumbau leisten? Welche Transformationsprozesse ökonomischer, sozialer, politischer, kultureller oder gestalterischer Art werden nicht zuletzt auch von Architekten mit vorangetrieben? Welche interdisziplinären Konzepte, Vernetzungen und Aktivitäten sind für eine lebendige Stadt erforderlich? Wie leben und erleben wir die verdichtete Innenstadt der Großstädte?

Der Wandel der Städte ist vielschichtig, Architekten müssen Stellung beziehen. Dies legte es nahe, den deutschen Beitrag für die 10.Architekturbiennale auf stimulierende Projekte der Transformation bestehender stadträumlicher Situationen zu fokussieren, auf Projekte, deren Dynamik und Kreativität städtisches Leben bereichern. Die Transformation im urbanen Umfeld erfordert auch einen sich innerhalb der Architektur vollziehenden Wahrnehmungswandel. Die Ausstellung will die Neubewertung des noch vielen Architekten wenig attraktiv erscheinenden Aufgabenfeldes des Umbaus und der Umnutzung fördern. Die Thematisierung dieser Aufgaben soll aber nicht nur Resonanz in der Fachwelt, sondern auch im breiten öffentlichen Bewusstsein finden.

Die spannungsreiche Verwandlung von Architektur und Stadtgefüge sowie die nachhaltige Nutzung vorhandener Potenziale für neue urbane Wohn- und Arbeitswelten wird „Convertible City“ anhand beispielhafter Projekte aufzeigen. Grundlage sind programmatische Thesen:

Convertible City ist Ausdruck der Kontinuität und der Wandlungskraft urbanen Raumes

Convertible City ist Appell für den Erhalt der Vielseitigkeit städtischen Lebens

Convertible City ist Aufforderung zur nachhaltigen Nutzung der Kernstädte

Convertible City ist Alternative zur Zersiedlung der Naturräume

Convertible City ist Auflösung von Grenzen im Lebensraum Stadt

Convertible City ist Aufruf zur kreativen Aneignung der städtischen Räume

Convertible City ist Ausdruck eines positiven Lebensgefühls in der Stadt

Convertible City ist Anregung und Stimulation für neue Lebensentwürfe

Über Wochen und Monate hinweg fand eine breite interdisziplinäre Diskussion statt; Projekte wurden erwogen, verworfen und erneut geprüft. Mit einem ganzheitlichen Ansatz wie beim Planen und Bauen näherten wir uns allen Projekten, Akteuren und Stadträumen. Viele Gespräche und Besuche vor Ort halfen das umfangreiche Material zu sichten, abzuwägen und den Kreis der für das Thema geeigneten Projekte zu präzisieren. Dabei verstanden wir unsere Tätigkeit als Kuratoren als ein Experiment und offenen Prozess.

So präsentiert „Convertible City“ weniger allgemeingültige Lösungen als vielmehr ein breites Spektrum von Projekten, die sich in ihrem Selbstverständnis, in der Interaktion ihrer Akteure und Wirkungen den Anforderungen einer sich verändernden Gesellschaft und Kulturlandschaft stellen: Projekte der Umnutzung, des gesellschaftlichen Wandels und der Reprogrammierung städtischen Raumes, die den Erwartungen an eine reale Architektur des Alltags standhalten können. Dazu präsentiert die Ausstellung realisierte sowie nicht realisierte Arbeiten bekannter und weniger bekannter Architekten, Stadtplaner, Landschaftsarchitekten und Künstler. Durch flexibles Denken und Konzepte der Nachhaltigkeit zeigen diese Projekte neue Chancen der Architektur und des Stadtraumes auf. Sie geben den Ausstellungsbesuchern einen Einblick in die große Vielfalt kreativer Transformationen im urbanen Raum Deutschlands.

Die 36 ausgewählten Projekte thematisieren exemplarisch verschiedene Formen der Umwandlung und Verdichtung zeitgenössischen Stadtraums: Manche Projekte zeigen die Möglichkeiten architektonischer Anlagerung an bereits vorhandene Bauten. Durch Überlagerung, Verschiebung und Durchdringung werden bestehende Gebäudestrukturen erweitert, neu verbunden und definiert. Andere Projekte demonstrieren einen spielerischen und spontanen Umgang mit der Wahrnehmung und Nutzung städtischen Raumes. Dabei handelt es sich sowohl um mediale Bespielungen urbaner Oberflächen als auch um Aktivierungen stadtnaher Leerflächen zu urban vernetzten Räumen. Einige Projekte zeigen die Möglichkeiten der Auflösung und Neudefinition der Nutzungsformen vorhandener Bauten. Dazu zählt auch die Neuentdeckung architektonischer und städtebaulicher „Erblasten“, etwa wie ungeliebte Bauten und Räume der Nachkriegszeit, die mit neuen Funktionen und Wahrnehmungs-Angeboten für die Stadt zurückgewonnen werden können.

Beim Betreten des Deutschen Pavillons erlebt der Besucher einen Schauplatz städtischer Vitalität und architektonischer Vielfalt. Hier findet sich Stadt in lebendiger Enge als Ort der Kommunikation und Kontraste inszeniert. Im Kontrast zur Belebtheit der Haupthalle laden die Seitenflügel zur konzentrierten Beschäftigung mit den Projekten ein. Eine überraschende Erweiterung sind auch die „Convertible Boxes“. Die aufklappbaren, über die Projekte hinausweisenden Objekte der Architekten, die von jedem Teilnehmer individuell gestaltet wurden reagieren ebenso kreativ wie eigensinnig auf die gestellte Aufgabe.

Erstmals durchstößt und erweitert der Pavillon seinen Raum mit dem gestalterischen Element eines von der Haupthalle zur Dachebene führenden Treppenkörpers. Mit einer aufgesetzten „Altana“ – einem typisch venezianischen Architekturelement – wird die erhöhte Lage des deutschen Pavillons erfahrbar und den Besuchern eine Aussichtsplattform und ein Treffpunkt geboten. Die temporären Ergänzungen definieren den Deutschen Pavillon als transistorischen Raum neu und aktivieren die bislang nicht genutzte Dachfläche als einen unerwarteten Ort der Kommunikation mit überraschenden Perspektiven. Der Deutsche Pavillon dient nicht mehr allein als Hülle für Exponate, sondern kann nun für die Dauer der Biennale als Exponat einer strukturellen Überlagerung von Vergangenheit und Gegenwart entdeckt werden. So wird er auch Ort mehrerer Begleitveranstaltungen, die zur Diskussion über die vielen offenen Fragen der zeitgenössischen Stadt und Architektur einladen.

Das Prinzip der Konversion bereits existierender Strukturen haben wir auch auf die Publikation übertragen, auf die existierende Architekturzeitschrift „archplus“, deren Redaktion und Gestaltung wir für die Ausgabe „Convertible City“ übernahmen. Neben den Projekten konzipierten wir für diese andere Art eines Ausstellungskatalogs thematische Essays und interdisziplinäre Beiträge mit unterschiedlichen Perspektiven zum Phänomen städtischen Lebens. Dazu haben wir u.a. Zukunftsforscher, Filmemacher, Choreografen eingeladen, um ihren Blick und ihre Position zur Stadt einzubringen. Wie die Stadt ein Laboratorium für unterschiedliche Lebensformen ist, so ist „Convertible City“ das Bild vielfältiger Wahrnehmungen und Interpretationen umgesetzt in der Ausstellung, dem Katalog und durch die Verwandlung des deutschen Pavillons.

 

Modes of Densification and Dissolving Boundaries

The 10th International Venice Architecture Biennale 2006, “Cities. Architecture and Society”, directed by Richard Burdett, highlights changes taking place in urban life in the early 21st century. Over half the world’s population live in cities. Urban life is being shaped more than ever by the varied interaction between economic, social, geographical, political, cultural and creative transformation processes.

The theme of the German contribution takes us into the heart of Germany’s big cities, to places where the oldest traces of the past are combining with the newest thrusts into the future. The centrifugal force that has forced families and businesses into the outskirts for decades is weakening. The city centre, viewed for a long time as being noisy, unattractive and dangerous, is once more esteemed by people of all ages and lifestyles.

The European city is still largely determined by history and tradition, and is thus different from the new Asian or Latin- American metropolises that are growing at such a frantic pace. This is a wonderful quality, yet we don’t want to turn it into a museum, we want to develop it further, to ensure its continuity whilst highlighting the particular significance of each epoch. What we want is to continue building the city. German architects and urban developers are particularly challenged by restructuring industrial society, current demographic change and an increasingly pluralistic society.

The city must be restablilised and regenerated to mirror its lively and complex society. Demographic developments and social change produce concepts for new ways of living. Older people are moving back into the cities, and thirty- and forty-year-olds no longer migrate to the outskirts as a matter of course. The classical nuclear family is being replaced by lifestyle concepts for single people, lone parents, communes or multiple generations living together. Cities are faced with the task of integrating immigrants and activating the potential to enrich our society culturally. The change from an industrial to a service and information society opens up new possibilities for using the existing infrastructure of cities, their buildings, streets and supply facilities, better and more sustainable.

As architects, we have been concerned with reviving cities for some time now. We have come to realise that it increasingly generates more kinds of work for us by making us look at existing situations more carefully and addressing urban quality more imaginatively. Many German cities are in a state of upheaval. Hamburg, Duisburg, Düsseldorf and Cologne are reclaiming the urban periphery of their former port areas for the city. Berlin is repairing its historical centre and making it more dense. Frankfurt is opening up urban space in its cramped inner-city areas by increasing vertical density and transforming derelict industrial sites. Restructuring rail transport is opening up large areas for new city life and work in Munich and Stuttgart. Tübingen and Freiburg, for example, have new urban quarters where once there was a sprawl of barracks.

As architects we are being asked for highly individual approaches to various locations and functions within all this rapid change. Conversions and buildings on gap sites are often early pioneers for reprogramming urban locations. New worlds of life and work mean that the quality of life has to be reinterpreted; they also represent a new sense of life and of relishing the city. The city as lived in and felt is becoming a theme that develops from entirely personal experiences, like for example the desire to combine office and family home in the city centre. Events and temporary buildings in cities are also attracting more and more attention, and arousing an urban public interest that extends way beyond the circle of people who live there. The Football World Cup 2006 has shown us how quickly cities can change and activate positive energies. The theme of this year’s Biennale, “Cities, Architecture and Societies”, also asks questions about architects’ socio-political role: What can architects contribute to converting cities? What economic, social, political, culture or design-related transformation processes can architects ultimately also help to drive forward? Which interdisciplinary concepts, networks and activities does a living city need? How do we live in and experience the denser metropolitan centres?

Change in cities is a complex matter, architects have to take up a position. Thus our decision to focus the German Biennale contribution on stimulating projects for transforming existing urban situations; on projects whose dynamics and creativity enrich urban life. Transformation in urban contexts also requires transformation within architecture. This exhibition intends to promote a reassessment of challanges relating to conversion and change of use, which many architects still tend not to find very attractive. Addressing this field should not only elicit a response in the specialist world, but also in the consciousness of a wider public.

“Convertible City” documents exciting changes in architecture and urban structure and how existing potential can be sustainably exploited for new urban worlds of living and working. It is based on the following key ideas:

Convertible City is an expression of the continuity and transformative power of urban space

Convertible City is a call for maintaining the diversity of city life

Convertible City is a demand for the sustainable use of core cities

Convertible City is an alternative to urban sprawl encroaching on natural areas

Convertible City is the dissolution of boundaries in the urban habitat

Convertible City is a call for creative appropriation of metropolitan areas

Convertible City is the expression of a positive attitude to urban life

Convertible City is an inspiration and stimulation for new concepts of living

Convertible City is the result of a broad interdisciplinary discussion that took place over weeks and months; one where projects were researched, assessed, rejected or re-evalued. We approached all the projects, players and urban spaces in a manner similar to the one we adopt for planning and building A number of conversations and visits helped us to view the wide range of material, weigh it up and define the circle of projects suitable for our theme. We viewed our curatorial work as an experiment and an open process.

“Convertible City” does not present generally valid solutions. Instead it offers a broad spectrum of projects that meet the requirements of a changing society and cultural landscape in their self-perception, in their protagonists’ interaction and the impact they make. They are projects for altered use, social change and reprogramming urban space that can meet the expectations placed on real everyday architecture. The exhibition also presents work ( both realised and unrealised) by well-known and less well-known architects, town planners, landscape architects and artists. These projects identify new opportunities for architecture and urban space through flexible thinking and sustainability concepts. They give exhibition visitors an insight into the great variety of creative transformation in Germany’s urban space. The 36 selected projects offer examples of various forms of transformation and increased density for contemporary urban space. Some projects demonstrate the possibilities of architectural addition onto existing buildings: superimposition, shifting and penetration make it possible to extend existing building structures, and combine and define them in new ways. Other projects show the ways in which urban space is perceived, used and handled playfully and spontaneously. This involves media use of urban surfaces as well as activating empty areas near the city as spaces networked into the urban structure. Some projects show possibilities for breaking down and redefining use forms for existing buildings. This also includes rediscovering architectural and urban “inherited problems”, finding out how unpopular buildings, for example, and post-war spaces can be won back for the city with new functions and use potentials.

On entering the German pavilion visitors experience a scene of urban vitality and architectural variety. Here we have a city, lively but cramped, staged as a place of communication and contrasts. In contrast with the liveliness of the main hall, the side wings with their calmer atmosphere invite visitors to concentrate on the projects. Another surprising additional feature comes in the form of the “Convertible Boxes”. Objects filled by the architects that fold open to extend beyond the projects. They are designed by each participant individually and address the given task in both a creative and very personal way.

For the first time the pavilion thrusts out and extends its space by means of an additional staircase structure leading from the main hall to roof level. An added altana – a typically Venetian architectural element – opens up the opportunity to fully experience of the German pavilion’s elevated position by creating a viewing platform and meeting place for visitors. These temporary additions redefine the German pavilion as a transitory space and activate the hitherto unused roof area as an unexpected place for communication, offering some surprising perspectives. Thus the German Pavilion is no longer merely a casing for the exhibits, but can be explored for the duration of the Biennale as an exhibit in its own right, showing an overlapping structure that includes both past and present. It will also be a venue for several accompanying events during the Biennale inviting visitors to discuss the many open questions posed by the contemporary city and its architecture.

We have also applied this principle of converting structures that already exist to our own publication, this issue of the German architecture magazine “archplus”, which we have edited and designed for the “Convertible City” issue. Alongside the projects, we conceived a collection of thematic essays and interdisciplinary contributions for this rather different kind of exhibition catalogue that puts forward various points of view about the phenomenon of urban life. To this end, we invited futurologists, film-makers, choreographers and many others to pass on their views and positions relating to the city. Just as the city is a laboratory for different forms of life, so “Convertible City” reflects upon a variety of perceptions and interpretations expressed in the form of the exhibition, the catalogue and the transformation of the German Pavilion.  

SSS Siedle Dornbracht Euroboden
Feedback erwünscht!