ARCH+ 181/182


Erschienen in ARCH+ 181/182,
Seite(n) 48-50

ARCH+ 181/182

Umfrage zur Architektenausbildung

Von Ungers, Oswald Mathias

Meiner Meinung nach sollte eine Architektenausbildung drei Hauptprinzipien folgen: dem Prinzip der Flexibilität in der Ausbildung, dem Prinzip der multidisziplinären Ausbildung, dem Prinzip der kooperativen Zusammenarbeit zwischen Lehrenden und Lernenden. Ziele der Ausbildung: a Der Student sollte in seiner Ausbildung das fachliche Training bekommen, das es ihm ermöglicht, innerhalb der Grenzen einer heutigen Berufspraxis als Architekt wirksam zu werden. Der Beruf des Architekten hat sich in der letzten Dekade rapide verändert. Erstens gibt es heute nicht nu einen einzigen Architektentypus – im Sinne des Allround-Baumeisters –, sondern vielmehr die Möglichkeit einer Serie von horizontalen Spezialisierungen. Zweitens kann der Architekt von der Kooperation mit anderen Disziplinen nur profitieren, und vice versa. b Der Student sollte die sozialen, wirtschaftlichen und technologischen Zusammenhäng der Gesellschaft kennenlernen und befähigt sein, eine eigene kritische Meinung und Beurteilung zu entwickeln, basierend auf wissenschaftlichen Methoden, beruflicher Motivation und gesellschaftlicher Verantwortlichkeit. Die Ausbildung ist für den Studenten erst dann wertvoll, wenn sie basiert auf der Relevanz und Signifikanz der Aspekte, die er zu untersuchen vorhat. Die Forderung nach einer relevanten Ausbildungserfahrung wird immer stärker. Eine Forderung, die sich im allgemeinen darin ausdrückt, daß von den Studenten mehr Freiheit in der Auswahl von Fächern und Seminaren verlangt wird, die mehr ihrer eigenen Motivation als einem starren, überholten akademischen Ausbildungsprogramm entspricht...

 

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