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Erschienen in ARCH+ 156,
Seite(n) 10-11

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Kritik: Zur zweiten Moderne

Von Sloterdijk, Peter

Zum Begriff der "Zweiten Moderne" möchte ich zwei Bemerkungen machen, von denen die erste strategischer und die zweite sachlicher oder pragmatischer Natur ist. Zuerst das strategische Argument: Der Begriff der Zweiten Moderne wurde von Heinrich Klotz in einer Situation geprägt, in der ihm klar geworden war, daß Kunstgeschichte als solche auf Dauer keine befriedigende Tätigkeit ist. Ich denke, er konnte sich nicht mehr damit abfinden, daß der Historiker auf die reale künstlerische Produktion warten muß, um sie dann zu beschreiben und einzuordnen. Er wollte zu Begriffsbildungen übergehen, die den Phänomenen zuvorkommen. Schon einmal — als die "Postmoderne" entstand — war Klotz dem heißen Pol der zeitgenössischen Kunsttheorie ganz nah gewesen; Personen, die ihm verbunden waren, wissen, daß er, zumindest für die Architekturgeschichte, mit guten Gründen die Nebenrechte an dem Begriff der Postmoderne reklamierte. Auch bei dieser Begriffseinführung hat die Kunst- und Architekturgeschichte aufgehört, bloße rekapitulierende Geschichtsschreibung zu sein, und ist eine programmatische Tätigkeit geworden.
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