ARCH+ 27

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Erschienen in ARCH+ 27,
Seite(n) 11-18

ARCH+ 27

Kritik der Kritik des Funktionalismus

Von Posener, Julius

"Was man aber dem Funktionalismus vorwerfen darf, soweit man historischen Phänomenen ihre Unzulänglichkeit zum Vorwurf machen kann, ist dies: daß er gescheitert ist, und woran er gescheitert ist."

Daß der Funktionalismus nun bereits seit vielen Jahren sehr hart kritisiert wird,darf niemanden wundern. Er hat die neue Architektur geschaffen, diese Architektur, welche mit so großem Abscheu und mit so großen Hoffnungen aufgenommen wurde, welche dann mit Schimpf und Schande aus dem Lande gejagt wurde, nach zwölf Jahren wieder auferstand und nun Quadratkilometer der Stadtlandschaft besetzt hält. Das klingt fast wie der Text der Messe; und wie die zweite Person des Credo findet der Funktionalismus auch nach der Auferstehung auf Erden keine Ruh. Das könnte für seine Lebenskraft sprechen. Seine Kritiker sagen das Gegenteil: sie beziehen sein langes Nachleben auf die Fortdauer der Fesselung, der er seine Entstehung verdankt habe: seiner engen Bindung an die politisch-wirtschaftliche Ordnung, der sein Charakter, sagen sie, so genau entspricht. Das ist die Kritik von links, die Kritik, mit der wir uns zu beschäftigen haben, denn die Kritik von rechts ist still geworden, nachdem sie zwanzig Jahre lang, von 1925 bis 1945 sehr laut gewesen war. Daß sie unterschwellig gleichwohl vorhanden ist, wer wollte daran zweifeln?...

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