ARCH+ 183

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Erschienen in ARCH+ 183,
Seite(n) 51

ARCH+ 183

Die Stadt in der Stadt

Von Kühn, Wilfried

Oswald Mathias Ungers schlägt mit Die Stadt in der Stadt — Berlin, das grüne Städtearchipel ein Stadtmodell für Berlin vor, das die gegensätzlichen Entwürfe von Le Corbusier und Guy Debord überlagert: Wie Städte in der Stadt treten Stadtinseln, die durch selektiven Abriss der urbanen Zwischenräume entstehen, einander als Konstellation in einer großen Parklandschaft gegenüber. Das Prinzip der Reduktion wird als Schrumpfungsmodell präsentiert, das einer schwindenden Bevölkerung Westberlins durch Abriss überzähliger Bebauung folgt. Hinter der statistischen Begründung tritt mit dem Verweis auf die Havellandschaft Friedrich Wilhelms IV. das tatsächliche Ziel der Reduktion zutage: die Schaffung einer den Prinzipien der Sammlung folgenden Stadt, die sich analog zum preußischen Arkadien als Kulturlandschaft präsentiert. Im Gegensatz zu Le Corbusiers selektiver Stadt der Monumente und zur Havellandschaft ist das Städtearchipel keine allein hochkulturelle Auswahl, sondern eine Sammlung auch gewöhnlicher Quartiere und Viertel, die dem Alltag durch Auswahl enthoben werden und als Readymades den Weg in die Sammlung finden.Aus: Wilfried Kühn, Die Stadt als Sammlung, in: Andres Lepik (Hg.), O. M. Ungers – Kosmos der Architektur, Ostfildern 2006

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