ARCH+ 152/153

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Erschienen in ARCH+ 152/153,
Seite(n) 72-75

ARCH+ 152/153

Roboter im Haus

Von Vidler, Anthony

In den 60´ern wurde, wenn es nach Fernsehshows wie den "Jetsons" gegangen wäre, die imaginäre häusliche Landschaft der Zukunft von Robotern bedient und beschützt. Roboter übernahmen, auf ein Wort oder das Umlegen eines Schalters hin, gleich ob per Fernbedienung oder aus der Nähe, alle Aufgaben, versorgten die Kinder, putzten das Haus, organisierten den Haushalt, verschafften allen Familienmitgliedern endlose Freizeit und garantierten die Sicherheit vor allen Eindringlingen in Privatsphäre und Eigentum. Heutzutage, wo wir keine Roboter haben und noch nicht im Weltall verloren sind, werden diese Aufgaben von einem "Sicherheitssystem" mit Tastatur, Fernbedienung und Telefonkontrolle übernommen, das nicht nur die Sicherheitsfirma verständigt (die sich manchmal mehrere Bundesstaaten entfernt befindet), einen Eindringling mit dröhnendem Nebelhorn erschreckt (oder auch nicht) oder je nach eingestellter Zeituhr oder Lust und Laune den Rasensprenkler anstellt, die Garagentore öffnet, den Safe aufschließt und vor allem die Mikrowelle und die Kaffemaschine bedient, bevor die Familie zum Abendbrot heimkehrt. Sicherheitsüberwachung ist ein Service geworden, und mit der Zunahme der Internetverbindungen hat sich der Service in Form von Konsumangeboten in eine Art Überwachung verwandelt, da jeder "Hit" einer Web-Page oder Talk-Group zum Nutzen von Marketingerhebungen oder von der Pornopolizei aufgezeichnet wird.
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