ARCH+ 191/192


Erschienen in ARCH+ 191/192,
Seite(n) 129

ARCH+ 191/192

Zeitmaschine

Von Frank, Stefan

Alles was ist, existiert in Raum und Zeit. Während es ohne größere Probleme möglich ist, sich im Raum frei zu bewegen und räumliche Grenzen zu überschreiten, scheint die Bewegungsrichtung und -geschwindigkeit auf dem Zeitstrahl, der Zeitfluss, unveränderlich. Doch der Gedanke, aus diesem Zeitfluss herauszutreten und historische oder zukünftige Orte und Gegebenheiten erleben zu können, ist zu verlockend, um nicht gedacht zu werden.

So tritt die Idee der Zeitreise erstmals im Bereich der Literatur in Erscheinung. Die Vorstellungskraft bildet dabei eine wichtige Voraussetzung, wissenschaftliche Erkenntnisse und Möglichkeiten dienen hingegen bestenfalls als Inspiration. Um sich durch die Zeit bewegen zu können, wird von den Autoren, welche sich etwa seit dem 18. Jahrhundert mit dem Sujet der Zeitreise beschäftigen – nach anfänglichen Experimenten mit Unfällen, einem Hammerschlag auf den Kopf oder mit Traum und Magie – im Zuge der industriellen Revolution eine technische Lösung des Problems ersonnen: die Zeitmaschine. 1887 beschrieb Enrique Gaspar y Rimbau die erste Maschine zur Zeitreise in seinem Buch El Anacronópete. Weltweit bekannt wurde die Zeitmaschine dann durch den 1895 erschienenen Roman The Time Machine von H.G. Wells. Die Maschine wird dort als technische Apparatur imaginiert, die es erlaubt, sich in der Zeit frei vor und zurück zu bewegen. Eine Art Geschwindigkeitsmesser zeigt dabei das Datum und Jahr der räumlichen Umgebung an, die man mit der Maschine durchreist und wie im Zeitraffer vorbeiziehen sieht. Eindrucksvoll dargestellt ist dies in der Verfilmung The Time Machine (USA 1960, Regie George Pal), wo der Zeitreisende sich nach der Zerstörung seines Hauses auf einer Wiese wiederfindet und kurz darauf von einem Fels aus erstarrender Lava umschlossen wird, der ihn erst nach einer Reise von 80.000 Jahren wieder freigibt. ...

SSS Siedle Dornbracht Euroboden
Feedback erwünscht!