ARCH+ 191/192


Erschienen in ARCH+ 191/192,
Seite(n) 60

ARCH+ 191/192

Fensterladen

Von Kölsch, Arend

Der Fensterladen ist ein bewegliches flächiges Bauteil, das vor Fensteröffnungen angebracht wird, meistens an der Außenseite eines Hauses. Vor der Einführung Verbreitung von Glasfenstern ab dem 17. Jahrhundert war der Fensterladen lange Zeit das gebräuchlichste Mittel, um Wandöffnungen temporär zu verschließen. Die Bezeichnung „Laden“ für ein Geschäftslokal verweist auf die historische Konstruktion zur Öffnung und Schließung eines zur Straße orientierten Verkaufsfensters. Neben ihrer ursprünglichen Funktion als Schutz vor Einblicken, Witterung, Sonne, Kälte oder Einbruch dienen Fensterläden auch als Fassadenschmuck und Zeichen: Je nach Gestaltung können sie ein Gebäude entweder bewusst in einen regional-traditionellen Kontext stellen oder auf eine zeitgenössische Erscheinung zielen. In erster Linie jedoch definiert der Fensterladen ein Haus als Wohnhaus. Insbesondere kennzeichnet er ein bürgerliches Konzept von Wohnen, das durch die Abschottung eines intimen Privatraums gegen eine als fremd oder gar bedrohlich empfundene Außenwelt bestimmt wird. Der Fensterladen wirkt als Modulator oder Filter, der die Durchlässigkeit der Fensteröffnung reguliert. ...

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