ARCH+ 191/192


Erschienen in ARCH+ 191/192,
Seite(n) 62-63

ARCH+ 191/192

Garagentor

Von Pietzcker, Achim

Die Entwicklung der Garage und des Garagentors waren eine Folge der Verbreitung des Automobils, deren Konsequenzen für die Architektur erst zögerlich in Erscheinung traten. Im Zuge der Suburbanisierungsprozesse im 20. Jahrhundert und mit der Zunahme des motorisierten Individualverkehrs wurden sie jedoch zu selbstverständlichen Elementen westlicher Einfamilienhausarchitektur. Dort fungiert die Garage als Schleuse, die dem Autofahrer, oft unter Einsatz eines fernsteuerbaren Garagentors, den automatisierten Übergang zwischen der Straße und einer ebenfalls zunehmend technisierten häuslichen Sphäre [Verweis: Fenster] ermöglicht. Aus Frankreich übernahmen Angehörige der amerikanischen upper class am Ende des 19. Jahrhunderts nicht nur das exklusive Hobby des Autofahrens, sondern auch die garage. Diese beinhaltete nicht nur Auto und Werkstatt, sondern häufig auch eine Chauffeurswohnung. Sie wurde, aufgrund der Explosionsgefahr sowohl des Fahrzeugs als auch des dort gelagerten Benzins, zunächst noch vom Haupthaus abgetrennt als eigenes Gebäude errichtet. Mit der Markteinführung des Ford Model T wurde das Automobil ab 1908 allmählich zu einem für die breite Masse der Bevölkerung erschwinglichen Fortbewegungsmittel. ...

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