ARCH+ 191/192


Erschienen in ARCH+ 191/192,
Seite(n) 126

ARCH+ 191/192

Türspion

Von Hagemann, Anke

Der Türspion ist ein asymmetrisches Beobachtungsinstrument und ein visuelles Mittel individueller Zugangskontrolle. Durch das auf Augenhöhe angebrachte Guckloch in Haus- oder Wohnungstür können Besucher und Besucherinnen bei geschlossener Tür vom Inneren der Wohnung aus gemustert werden, bevor man sich entscheidet, die Tür zu öffnen. Von außen soll dagegen kein Einblick in den Privatraum möglich sein. Seit dem großflächigen Geschosswohnungsbau der Gründerzeit hat sich dieses Sicherheitselement besonders in den Türen zwischen Etagenwohnungen und halböffentlichen Treppenräumen weit verbreitet.

Vorläufer des Türspions sind kleine Sichtöffnungen und Türklappen, die schon seit Jahrhunderten zum Beispiel in Burg- oder Stadttore eingebaut wurden, hier aber dem gegenseitigen Sehen wie auch der sprachlichen Kommunikation dienten. Ähnliche Formen finden sich noch heute oft in Nachtklubs, wo das Klientel nach äußerlichen Kriterien selektiert wird. Auch im Gefängnis werden Türklappe und Guckloch in der Zellentür schon lange verwendet, doch geht es hier in umgekehrter Blickrichtung um die Überwachung des Privatraums von außen. ...

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