ARCH+ 191/192


Erschienen in ARCH+ 191/192,
Seite(n) 91

ARCH+ 191/192

Schiebetür

Von Pietzcker, Achim

Die Omnipräsenz von Glasschiebetüren im öffentlichen Raum ist eine Konsequenz ihrer Automatisierung. Sie ist somit ein genuines Produkt des 20. Jahrhunderts. Bis ins 19. Jahrhundert wurde die Schiebetür in der westlichen Architektur vor allem an Lager- und Werkstattgebäuden eingesetzt. Unter den beengten Verhältnissen des Eisenbahnverkehrs und der Dampfschifffahrt machte sie sich dann in Kajüten und Zugabteilen unentbehrlich, bis sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts von der modernen Architektur als programmatisches Mittel begriffen wurde, die angestrebte funktionale und ökonomische Organisation der Wohnung zu erreichen. Bei dem von Le Corbusier zum Problem der „Wohnung für das Existenzminimum“ (beim CIAM II) vorgestellten Maison Loucheur wurde der knappe Wohnraum mittels Schiebetüren von einem Tag- in einen Nachtzustand transformiert; die Schiebetür war, überspitzt formuliert, der Hebel, mit dem die machine à habiter in Gang gesetzt wurde. ...

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