ARCH+ 195

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Erschienen in ARCH+ 195,
Seite(n) 102-103

ARCH+ 195

Kengo Kuma & Associates

Von Kuma, Kengo

Wettbewerb KücükcekmeceWettbewerb 2009-2010Auftraggeber: Istanbul Metropolitan MunicipalityLage: Küçükçekmece – Avcılar, Istanbul, Türkei
Istanbul liegt bekanntermaßen an der Grenze von Asien und Europa. Die entsprechende Demarkationslinie ist die Meerenge des Bosporus. Wirft man einen Blick auf die Geschichte der Stadt, so hat sie Asien und Europa schon viele Male „überbrückt“. Kuma greift dieses Bild der Brückenfunktion auf und macht es zum Leitbild seines Projekts. Für das längliche, halbinselförmige Baugebiet entwirft er eine neue Istanbuler „Brücke“. Ein riesiger, zusammenhängender künstlicher Erdteppich überwindet die starke Trennung durch die Schnellverkehrsstraße E5, die entlang des Rückgrats des Areals verläuft. Er ist in seiner Form unregelmäßig gewellt. In Einzelsegmenten – wobei selbst das kleinste Segment 20.000 m² misst – legt er sich über die Schnellstraße und schafft so eine Vernetzung der lokalen Aktivitäten.Als Antwort auf die umgebende Bebauung wurde bei dem Projekt ganz auf den Bau von Hochhäusern verzichtet. Stattdessen werden die vorgesehenen Megastrukturen in den künstlichen Erdboden „geschoben“. Infrastrukturelle Anbindungen wie die Autobahnkreuze, aber auch die Kerneinrichtungen des neuen Stadtgebietes wie z.B. Einkaufs- und Sportstätten sowie deren Erschließung befinden sich unterhalb der neuen künstlichen Stadtebene. Die begrünte Oberfläche generiert eine neue Landschaft, die sich in die hügelige Geografie Istanbuls einpasst. Neben gestalterischen Aspekten bietet dieses künstlich aufgeschüttete Land auch ingenieurtechnische Vorteile: im Falle eines Erdbebens fungiert das Gebiet als gigantischer seismischer Erschütterungsdämpfer und Evakuierungszone. Zudem verwandeln frei über das Areal verteilte Solarkollektoren das Gebiet in einen riesigen Stromerzeuger für regenerative Energien
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