ARCH+ 196/197


Erschienen in ARCH+ 196/197,
Seite(n) 86-89

ARCH+ 196/197

Eine neue Politik der Dinge und für die Menschen

Von Latour, Bruno

Aramis – oder die Liebe zur Technik

Im Folgenden möchte ich darlegen, was es heißt, Technologie als gesellschaftliches Phänomen zu begreifen. Ich beginne mit einem etymologischen Hinweis. Das Wort Thing ist ein etymologisch interessanter Begriff; im Englischen und in mehreren skandinavischen Sprachen bezeichnet er eine Zusammenkunft, insbesondere als juristischer Terminus, im Sinne einer Versammlung, die als Gericht über etwas verhandelt. Ich werde im Folgenden zeigen, welche Art von Versammlung mit der Entstehung einer Technologie verbunden ist und diese bedingt, oder anders gesagt: An die Stelle einer Auffassung von Technologie, die diese von der Gesellschaft unterscheidet, setze ich eine Definition von Technologie, die diese in einen gesellschaftlichen Zusammenhang stellt. Bevor ich dazu ein Beispiel aus meiner Forschungstätigkeit erläutere, möchte ich auf das allgemein bekannte Dilemma hinweisen, in dem sich jeder Ingenieur, Projektmanager und jede Person befindet, die versucht, ein Projekt zu entwickeln, unabhängig davon, ob es sich dabei um ein technisches oder um ein politisches Projekt handelt...

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