ARCH+ 198/199


Erschienen in ARCH+ 198/199,
Seite(n) 122-127

ARCH+ 198/199

Hausanbau

Von Medina Warmburg, Joaquín

Wachstum als moderne Wohnutopie

Das 1931 von Martin Wagner ins Leben gerufene Forschungsprojekt „Das wachsende Haus“ gilt heute zu Recht als Meilenstein in der Geschichte der Vorfertigung. Für viele der an der gleichnamigen Arbeitsgemeinschaft beteiligten Architekten markierte es den Kulminationspunkt ihrer Bemühungen um eine Industrialisierung des Bauens. Der Wachstumsgedanke wurde als im Wesentlichen technologische Herausforderung aufgefasst und ging somit über jene elementaren Erweiterungsprinzipien hinaus, die von jeher vor allem den ländlichen Hausbau unter Einsatz einfachster konstruktiver Mittel bestimmen. Gleichwohl sprach aus Wagners Konzept im Kontext der Weltwirtschaftskrise auch eine tiefe Skepsis, die in der Namensgebung deutlich greifbar wird: Er vermied technische Assoziationen und bediente sich auch keiner sachlichen Umschreibungen für die architektonische Wandlungsfähigkeit, wie etwa „Etappen-“ oder „Ausbauhaus“. Vielmehr beschwor er das Bild vom Bauen als „organisches Wachstum“...

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