ARCH+ 183

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Erschienen in ARCH+ 183,
Seite(n) 8

ARCH+ 183

Lernen von O.M. Ungers

Von Züger, Roland

Seine ambivalente Position bei den Studentenunruhen kann als Folge seiner dialektischen Experimentierlust verstanden werden. Als jüngster Architektur-Professor der TU hatte Ungers tiefes Verständnis für die Belange der Studenten, zeichnete aber gleichzeitig als Dekan für die gesamte Fakultät verantwortlich und wurde zwischen der Kritik der Studenten und der Lehrkollegen aufgerieben. Ungers versuchte jedoch nicht, diesen Konflikt durch eine ideologische Entscheidung zu lösen – etwa zwischen Architektur oder Revolution –, sondern zwischen den widersprüchlichen Systemen einen Kompromiss zu finden: zwischen Systematik und Empirismus, Rationalität und „Situationismus“, Lehrverpflichtung in der Sowjetunion und in den USA. Diese Sehnsucht nach Synthese kulminierte schließlich in der Theorie der „Dialektischen Stadt“ und das Fundament dazu entstand während seiner Lehrzeit an der TU in der Auseinandersetzung mit der Stadt Berlin als Labor.

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