ARCH+ 131

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Erschienen in ARCH+ 131,
Seite(n) 9

ARCH+ 131

Ausverkauf von `Progressive Architecture´

Von Berktold, Ruth

Ein Schock ging durch die Reihen der Architekten in Amerika, als Anfang Januar Thomas Fisher die Auflösung der Zeitschrift 'Progressive Architecture' bekannt gab. Penton Publishing, ein Verleger von Handwerksmagazinen, hatte "Progressive Architecture' an BPI, einen Verlag, dem bereits das Blatt 'Architecture' angehört, verkauft. 'Architecture' hatte zuvor seine Rolle als offizielles Organ des AIA (American Institute of Architecture) verloren und war damit um 52.000 garantierte Abonnenten ärmer geworden. Daraufhin hatte der Verlag umgehend beschlossen, die Konkurrenz - also 'Progressive Architecture' - auszuschalten. Die Redaktion des 76 Jahre alten Magazins wurde geschlossen und alle Mitarbeiter entlassen. 'Progressive Architecture' war in den letzten Jahren durch die Rezession in große finanzielle Schwierigkeiten geraten, hatte sich jedoch in jüngster Zeit durch eine neue Aufmachung wieder profitabel gemacht. Im neuen Format veröffentlichte 'Progressive Architecture' auch eine Serie von Untersuchungen zu berufspolitischen Fragen: Artikel über Schwierigkeiten von Frauen und Minderheiten, sich als Architekten zu etablieren, die finanzielle Ausbeutung von Berufsanfängern und kritische Kommentare über das AIA sorgten für frischen Wind. Deswegen ist es besonders bedauerlich, daß in Zukunft diese kritische Stimme in der amerikanischen Debatte fehlen wird. Ruth Berktold
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