ARCH+ 132

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Erschienen in ARCH+ 132,
Seite(n) 96

ARCH+ 132

Projekt Orbit

Von Koob, M.

Orbit ist ein Projekt im 'Architektura Virtualis", dem ersten digitalen Architekturmuseum. Mit dem Orbit soll ein virtuelles digitales Architektur-, Skulptur-, Musik- und Sprachgebilde im Rechner entstehen, dessen Ausgangspunkt die Symmetrieachse einer Scheune auf dem Gelände des Weltkulturerbes Lorch ist. Die Scheune soll in Zukunft physischer Ort des 'Architektura Virtualis' sein. Von dieser Achse geht der Orbit aus, bezieht sich auf die Erdkugel ähnlich den Längen und Breitengraden. Der Scheunenmittelpunkt hat die nachfolgenden Kenndaten: Meridian 49° 39,193', Longitude 8° 34,144". Höhe NN 120 m. Längsausrichtung 144° SSO. Jeder, der auf dieser Null-Linie liegt, kann sich an der Fortführung des Objektes beteiligen, andere aufrufen, es weiterzuführen. Physische Orte, die nicht auf der Null-Linie liegen, können sich einklinken, indem sie senkrecht zum Orbit auf diesen stoßen, am Kreuzungspunkt den Ausgangsorbit vervollständigen und ihren eigenen initiieren, der den gleichen Randbedingungen wie der erste Orbit unterliegt. So entsteht ein immaterielles Navigationssystem über die einzelnen Orbits und deren Knoten, ähnlich unserem räumlichen Navigationssystem. Es wird sich in Netzwerke auflösen, ohne die Navigationsstruktur zu verlieren. Der erste Orbit wird gestartet durch das Fachgebiet CAD in der Architekturfakultät an der TH Darmstadt und beinhaltet die physische Architektur des 'Architektura Virtualis' sowie dessen Inhalte. Parallel wird die Komposition 'Room Exploration' gestartet, die aus der digitalen Analyse des Bauwerks entstanden ist. Ebenso startet eine sich entfaltende Skulptur. Der Orbit wird sich schließen, die letzte Anregung inspirieren und im Startpunkt eine Auswirkung haben, die die endlose Schleife des Orbits von neuem anzuregen beginnt. Rücksichtnahme, auf den Nachbarn eingehen, nach den Gemeinsamkeiten in der sich globalisierenden Welt suchen sind das eine Ziel. Bildung von psychischen Orten im internationalen Netz ist das andere. Hoffnung, daß viele Beteiligte erkennen mögen, daß wir neben unseren materiellen Orten immaterielle Orte bilden müssen. Das Projekt wird am 1. Oktober gestartet.
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