ARCH+ 122

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Erschienen in ARCH+ 122,
Seite(n) 20

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Das Museum als Gesellschaftsspiel - Die Projekte von Edwin Schlossberg

Von ARCH+

Simulation und Hyperrealität waren nach Eco und Baudrillard die entscheidenden Momente der neuen Museologie. Heute müßte dieses amerikanische Phänomen vielleicht neu analysiert werden, denn der Simulationsprozeß erfahrt in den amerikanischen Museen mehr und mehr eine Verschiebung: Es wird versucht, die Besucher immer stärker in die Simulation miteinzubeziehen. Museen und Ausstellungen werden interaktiv. Was heißt das? Es heißt, daß Besucher sich nicht mehr darauf beschränken müssen, die Exponate zu betrachten oder gelegentlich ein Knöpfchen zu drücken. Sie müssen vielmehr selbst agieren und werden so ein Teil der Kunst. Nicht mehr die Exponate stehen im Vordergrund, sondern das, was man mit ihnen anfangen kann. Letztlich löst das interaktive Museum damit eine Forderung der Happeningkunst der sechziger Jahre ein. Tatsächlich hängt die Geschichte des Erfolgs der interaktiven Museen und Ausstellungen zumindest indirekt mit den Happening-Strömungen in der modernen Kunst zusammen, vor allem, wenn man die kuriose Karriere des Mannes betrachtet, der die vielleicht führende Agentur für die Konzeption von interaktiven Museen in Amerika betreibt, Edwin Schlossberg. Ende der sechziger Jahre trieb sich Edwin Schlossberg als Student der Literatur und Wissenschaftsgeschichte in der New Yorker Kunst-Szene herum und lernte viele Leute kennen, u.a. Jasper Johns und John Cage. …

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