ARCH+ 200


Erschienen in ARCH+ 200,
Seite(n) 106-107

ARCH+ 200

Genealogie der Kritik: Michel Foucault

Von ARCH+

Kritik ist für Foucault, wie viele andere Konzepte auch, an Machtfragen gebunden. Genauer gesagt interessiert er sich für die Möglichkeiten, sich der unterschiedlichen Machtformen und effekte zu entziehen bzw. sie produktiv zu machen. Im Werk des französischen Philosophen finden sich zwei Ansatzpunkte für die kritische Subversion disziplinärer Zwänge. Der eine ist die „kritische Haltung“, die im Zuge der Aufklärung das Subjekt ermutigt, „nicht mehr dermaßen regiert zu werden“. Als Denkform – Foucault spricht von Tugend – ist kritische Haltung für ihn die Verinnerlichung des individuellen Rechts, „die Wahrheit auf ihre Machteffekte und die Macht auf ihre Wahrheitsdiskurse hin zu befragen“. In der kritischen Distanzierung von den dominanten Macht- und Wahrheitsdiskursen erfolgt so die Zurückweisung von damit zusammenhängenden Ansprüchen auf Disziplinierung und Kontrolle...

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