ARCH+ 178

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Erschienen in ARCH+ 178,
Seite(n) 7

ARCH+ 178

Research Architecture

Von Herz, Manuel

Wir müssen uns eingestehen, dass die Architekturszene von einem Gefühl der Langeweile befangen ist. Wo alle Häuser gebaut wurden, die wir auf absehbare Zeit benötigen, wo mit allen Formen schon gespielt wurde, die sich der Architekt ausdenken kann, wo jedes herstellbare Material schon irgendwie seine Anwendung in Gebäuden gefunden hat, und sei sie noch so absurd, hat unter einem neo-liberalen Drang unermüdlicher Erneuerung, die in eine strukturelle Eintönigkeit abzugleiten droht, ein Formalismus der Verzweifelung bedrohliche Ausmaße angenommen. Es stellt sich die Frage, ob eine Lehre und Forschung der Architektur nicht grundsätzlich andere Strategien einschlagen muss, wenn diese Disziplin noch irgendwie ernst genommen werden möchte. Auch nach der x-ten Meisterklasse eines “Star-Architekten” mit immer professioneller gemorphten Formen bedarf es beständig mehr Wohlwollens, den in diesem Kontext entstandenen Arbeiten eine Relevanz zuzusprechen. Auch wenn der Bauboom in China und Dubai noch einen Bedarfsdruck vorgaukelt, der jedoch immer stärker wie eine Fata Morgana der 90er Jahre erscheint, gilt es zu resümieren, dass sich dieses Verständnis von Architektur erschöpft hat...

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