ARCH+ 201/202


Erschienen in ARCH+ 201/202,
Seite(n) 12-17

ARCH+ 201/202

STADT: Das Steinerne Berlin – Rückblick auf eine Kontroverse der 90er Jahre

Von Hertweck, Florian

Die Kontroversen über die (Neu-)Gestaltung der Berliner Innenstadt haben die architektonischen und städtebaulichen Debatten der 1990er Jahre stark geprägt. Ende 1993 erreichte dieser „Berliner Architekturstreit“ eine neue Dimension. Vittorio Magnago Lampugnani, damals Direktor des Deutschen Architekturmuseums, veröffentlichte seine Thesen zu einer neuen Konvention in der Dezember-Ausgabe des Spiegel,1 wodurch die Fachdebatte sich in die Tageszeitungen und politischen Magazine verlagerte. Dem in Architektur- und Städtebaufragen eher unkundigen Spiegel-Leser zeichnete Lampugnani ein düsteres Bild einer von Postmoderne und Dekonstruktivismus geprägten Baukultur, die er als „Feste der Geschwätzigkeit” und „Orgien des Tiefsinns” apostrophierte. Bauen, so das Fazit seiner argwöhnischen Bestandsaufnahme, sei zur Produktion spektakulärer Bilder verkommen, hinter denen sich „unmögliche städtebauliche Einfügungen, miserable Grundrisse, unpraktische Konstruktionen [und] plumpe Details verbergen“ würden...

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