ARCH+ 201/202


Erschienen in ARCH+ 201/202,
Seite(n) 56-61

ARCH+ 201/202

Berlin – ein doppelter Archipel

Von Christiaanse, Kees

Die Urbanität Berlins lässt sich zum Einen mit der Konfrontation und Interaktion vieler sichtbarer und unsichtbarer Netzwerke unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen erklären – sie bilden eine Art unsichtbaren Archipel der Metropole. Zum Anderen kann man sie auf einen sichtbaren Archipel zurückführen, auf den klaren Unterschied zwischen charakteristischen Stadtteilen, die von Wasser, Verkehrswegen, der Mauerzone und der Nachkriegsfragmentierung getrennt sind. Die Heterogenität mit bestimmten Konzentrationen – Klein-Ankara in Kreuzberg, der Szene in den trendigen Stadtteilen, den betagten 68ern und reichen Russen in Charlottenburg und den Vietnamesen und armen Osteuropäern in Lichtenberg – ist im Vergleich zu anderen Städten stark spürbar. Dieser doppelte Archipel bestimmt das Wesen Berlins. Auch die Beschwörung der Kritischen Rekonstruktion trägt in diesem Kontext lediglich zur Bekräftigung des Prinzips bei, obwohl sie diesem eigentlich den Kampf angesagt hatte. Anstatt Eindeutigkeit und Zusammenhang zu erzeugen, fügt sie dem Archipel der Lebensstile lediglich weitere Inseln hinzu...

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