ARCH+ 168


Erschienen in ARCH+ 168,
Seite(n) 28-29

ARCH+ 168

High Speed-Urbanismus

Von Ipsen, Detlev

 

Nach Jahrzehnten einer Politik, die die Zukunft Chinas in Dörfern und kleineren Städten ansiedeln wollte, hat sich die Richtung chinesischer Raumplanung seit zwanzig Jahren de facto und seit zwei Jahren auch offiziell gewendet. In den Regionen Peking, Jangtse Delta (Schanghai) und Pearl River Delta entstehen in atemberaubender Zeit drei ‘Megastädte’ neuen Typus, in denen sich die Politik der ökonomischen Öffnung exemplarisch entfaltet. Die Agglomerationen in den Regionen um Peking und Schanghai konnten bei ihrer Entwicklung an wichtige historische Stadtzentren anknüpfen, während die südchinesiche ‘Megastadt’ im Pearl River Delta buchstäblich auf der grünen Wiese, d.h. auf Reisfeldern und Obstgärten entsteht. Lediglich Guangzhou, das die Engländer Canton nannten, bot in den 1980er Jahren in dieser Gegend einen urbanen, wenn auch eher provinziellen Anknüpfungspunkt. So läßt sich an der Entwicklung im Pearl River Delta der neue Urbanisierungstyp in seiner reinsten Form beobachten. Da sich hier die Komplexität der High Speed-Urbanisierung am deutlichsten zeigt, kann anhand einiger Beobachtungen der Versuch unternommen werden, ihre Raumprinzipien zu analysieren und die Verbindungen zwischen gesellschaftlichen Modernisierungsprozessen und räumlichen Urbanisierungsmustern zu formulieren.

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