ARCH+ 111

Download-Preis: 0,30 € In den Warenkorb


Erschienen in ARCH+ 111,
Seite(n) 48

ARCH+ 111

Zerebralisierung

Von Flusser, Vilém /  Kraft, Sabine /  Oswalt, Philipp

Vilém Flusser im Gespräch mit Sabine Kraft und Philipp Oswalt; Fortsetzung

Wir legen unsere alten Begriffe von „groß" und „klein" ab. Aus der Perspektive der Planck'schen Welt ist nichts mehr klein, sondern alles riesig, ich bekomme andere Maße. Einerseits schrumpft alles, aber gleichzeitig dehnt es sich auch aus. Es schrumpft vom Standpunkt der Lebenswelt, es wächst gewaltig vom Standpunkt der intersubjektiven Relationen. Denn je weniger ich mich in der Lebenswelt bewege, weil ich mich mehr und mehr mit immer mehr anderen in Verbindung setze, umso mehr schrumpfe ich auf der einen Seite und wachse auf der anderen kolossal. Sie können doch unmöglich sagen, daß die Televisionskiste kleiner ist als unser Haus. Das hat doch keinen Sinn. Zwar geht sie in unser Haus hinein, aber die Welt geht in die Kiste hinein. Das ist das alte Paradox, wie kann die Welt im Gehirn sein, wo das Gehirn in der Welt ist. Dieses Paradox ist ja die Welt ...

 

SSS Siedle Dornbracht Euroboden
Feedback erwünscht!