ARCH+ 111

Kostenloser Download


Erschienen in ARCH+ 111,
Seite(n) 50-51

ARCH+ 111

Bibliothèque de France

Von Koolhaas, Rem

Der Wettbewerbsentwurf für die Bibliothek in Paris wird als fester Informationsblock interpretiert, als Speicher für alle Erinnerungsformen: Bücher, optische Platten, Mikrofichen, Computer usw... In diesem Block sind die öffentlichen Räume als bauliche Absenzen definiert, Leerräume im Informationsmassiv. Diese Absenzen zeigen sich als eine Art mehrfache, im Lagerraum schwebende Embryos, ein jeder mit seiner eigenen technologischen Plazenta. Sie können gemäß der ihnen innewohnenden Logik erforscht werden, und zwar unabhängig voneinander und von der äußeren Hülle und den üblichen Zwängen der Architektur, einschließlich des Gesetzes der Schwerkraft. Neben den durchgehenden Rolltreppen stellen neun Aufzüge die Verbindung zu den wichtigsten Innenräumen her. Die große Aufzugshalle läßt den Aufbau des Gebäudes, dessen ganzer Block durch die durchsichtigen Aufzugsschächte getragen zu werden scheint, besonders gut zur Geltung kommen. Der Boden aus Glas enthüllt die bühnenwirksam in Szene gesetzten „Schätze". An den Wänden dieser Schächte gibt eine beleuchtete, vertikal laufende Zeitung mit Textfragmenten, Überschriften, Namen, etc. die verschiedenen Ziele an. Durch die fortwährende Aufwärtsbewegung entsteht die Illusion, das ganze Gebäude beruhe auf Merkmalen eines ewigen Countdowns. Jeder Aufzug führt - die einzelnen Bibliotheken durchquerend - zu einem anderen Ziel...

 

SSS Siedle Dornbracht Euroboden
Feedback erwünscht!