ARCH+ 203


Erschienen in ARCH+ 203,
Seite(n) 66-67

ARCH+ 203

Fallstudie 2: Das Programm “Soziale Stadt”

Von Kraft, Sabine /  Greb, Juliane

Empowerment und Quartiersmanagement

In den 90er Jahren setzte sich die Erkenntnis durch, dass die prekäre Situation in den sogenannten “Sozialen Brennpunkten” allein durch investive Maßnahmen wie die Sanierung der heruntergekommenen Bausubstanz und des häufig verwahrlosten Außenraums nicht grundlegend verbessert werden kann, kurz, dass soziale Probleme nicht räumlich zu lösen sind. Solche Brennpunkte bzw. politisch korrekt ausgedrückt: Problemgebiete, benachteiligte Quartiere oder überforderte Nachbarschaften hatten sich durch massive Segregationsprozesse in den Großsiedlungen der 60er/70er Jahre gebildet, zwar nicht nur, aber doch vorrangig dort, nachdem die innerstädtischen Altbauquartiere eine Aufwertung erfahren hatten. Die Befürchtung, diese Gebiete könnten weiter “abrutschen” und es könnte sich aus der räumlichen Konzentration benachteiligter Gruppen benachteiligende räumliche Ensembles entwickeln, wo sich die Ungleichheit der Lebenschancen und die soziale Ausgrenzung von Armut weiter verfestigen würden, mag der Auslöser gewesen sein, dass überall in Europa Programme aufgelegt wurden, die Mittel auch für sogenannte nicht-investive Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation der Bewohner bereitstellten. Im Hinterkopf spielte sicher die Befürchtung, dass sich kriminelle oder sozial nicht mehr kontrollierbare Milieus herausbilden könnten und der soziale Frieden gefährdet sei, eine zentrale Rolle. Trotzdem kann man von einem, wenn auch zaghaften Paradigmenwechsel in der räumlichen Planung sprechen...

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