ARCH+ 203


Erschienen in ARCH+ 203,
Seite(n) 68-69

ARCH+ 203

Bremen-Osterholz-Tenever

Von Greb, Juliane

Nach dem großen Erfolg der Neuen Vahr sollte auch Osterholz-Tenever in der östlichen Peripherie Bremens ein Vorbild für das städtische Wohnen der Zukunft werden. Geleitet wurde das “Demonstrativbauvorhaben” vom Städtebauinstitut Nürnberg (SIN). Aufgrund des prognostizierten Bremer Bevölkerungswachstums wurde eine Siedlung mit ursprünglich 4600 Wohneinheiten geplant – und das auf möglichst geringer Grundfläche. In den “Höfen” zwischen den bis zu 22 Geschossen hohen Wohnhäusern würde sich urbanes Leben entfalten, dessen war man sich sicher. Auch die Fußgängerebene, die in 4,5 m Höhe die Siedlung durchzog, war als Ort der Kommunikation gedacht. Die Bewohner stellte man sich als junge, mobile und kontaktfreudige Menschen am Beginn ihrer Karriere vor. Das Wohnungsangebot reichte von der Single- bis zur 140 qm großen Familienwohnung und umfasste Sondertypen für Studenten und Behinderte. Bereits kurz nach Baubeginn stößt das Vorhaben auf heftige Kritik aus der Bevölkerung, die von der Autobahn aus “Manhatten auf der grünen Wiese“ heranwachsen sieht. 1976 wurde, nachdem auch das prognostizierte Bevölkerungswachstum ausblieb, das Bauvorhaben eingestellt und die Siedlung nur mit dem ersten Bauabschnitt etwa zur Hälfte realisiert...

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