ARCH+ 203


Erschienen in ARCH+ 203,
Seite(n) 82-84

ARCH+ 203

Fallstudie 4: Bijlmermeer und die “Westlichen Gartenstädte” in Amsterdam

Von Wassenberg, Frank

Ähnlich wie in anderen europäischen Städten kam es in Amsterdam in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem dramatischen Bevölkerungswachstum, dem mit Stadterweiterungen in großem Umfang auf Grundlage neuer Planungsgesetze begegnet wurde. Nach dem berühmten Berlage Plan von 1915 wurde der “Algemeen Uitbreidings Plan” von 1935 das maßgebliche Steuerungsinstrument der Stadtentwicklung bis weit in die Nachkriegszeit. Die Wohnungsproduktion steigerte sich von jährlich 6000 WE nach dem 1. Weltkrieg auf 50.000 WE bis Mitte der 30er Jahre.

In den 50er Jahren erfolgte mit den “Westlichen Gartenstädten“ das bis dahin größte, flächenintensive Wachstum der Stadt. Aber auch diese Stadterweiterungen reichten für die wachsende Bevölkerung Amsterdams nicht mehr aus. Daher plante das Amt für “Stadsontwikkeling“ eine weitere Siedlung in großem Maßstab im Südosten der Stadt. Nach langen Verhandlungen mit der Regierung und verschiedenen Gemeinden beanspruchte Amsterdam 1966 das Bijlmermeerpolder von der Gemeinde Weesperkaspel. Die dort entstandene Hochhaussiedlung wurde als konsequente Fortführung des Gartenstadtkonzepts verstanden, das auch den vorherigen Stadterweiterungen zugrunde lag. Die Wohnungsproduktion hatte sich von 50.000 WE nach dem 2. Weltkrieg bis auf jährlich 150.000 WE in den 70er Jahren gesteigert...

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