ARCH+ 146


Erschienen in ARCH+ 146,
Seite(n) 30-33

ARCH+ 146

Jenseits des Bilderstreits

Von Georgiadis, Sokratis

Kaum auszumachen, ob etwa Karl der Große es sonst vermocht hätte, sich im Jahre 800 in Rom zum Kaiser krönen zu lassen oder ob es sonst zu jener einschneidenden Entfremdung zwischen Byzanz und dem Westen gekommen wäre, die viele Jahre später schließlich zur Kirchenspaltung führte. Die Rede ist vom Bilderstreit und vom Bildersturm, dem mitunter zahllose Werke der visuellen christlichen Kultur zum Opfer fielen: die Bilderstürmer hielten die bildliche Darstellung religiöser Inhalte, zumal angesichts des dritten der zehn Gebote (2. Mose 20; 5. Mose 15 -18), für unzulässig und die Bilderanbetung für Götzendienst; für die Bilderverehrer hingegen waren die Bilder unverzichtbarer Teil des christlichen Kultes; zudem boten sie dem des Lesens nicht mächtigen einfachen Volk wohl die einzige Möglichkeit, sich historisch zu bilden, wie Gregor I., der Große, bereits anderthalb Jahrhunderte vor der Ikonomachie formulierte. …

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