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Erschienen in ARCH+ 151,
Seite(n) 15

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Baulücken in Leipzig

Von ARCH+

An einem beispielhaften Quartier wurden neue Lösungen für die Zwischennutzung von Baulücken entwickelt, wobei die Übertragbarkeit auf andere Standorte sowie die Kostenminimierung beachtet werden sollten. Schon heute weist das Stadtgebiet mehr als 800 Baulücken in den gründerzeitlichen Stadtquartieren auf. Die Entwicklungen in jüngster Zeit legen die Vermutung nahe, daß bei derzeit 45.000 leerstehenden sanierten Wohnungen und ca. 3.000 nicht-sanierten Gebäuden diese Zahl in den nächsten Jahren weiter ansteigen wird. Da in vielen Städten der neuen Bundesländer der Abriß von Altbauten unvermeidlich ist und eine Auffüllung von Baulücken meist aus ökonomischen Gründen nicht stattfinden wird, möchte die Stadt Leipzig mit dem Wettbewerb die Problematik thematisieren. Es geht hierbei um die Anreicherung der ehemals dicht bebauten Quartiere, zunächst für einen Interimszeitraum bis zu einer späteren Bebauung, aber auch zur dauerhaften Umstrukturierung und Aufwertung der Stadtteile.

124 Beiträge von bundesweit 27 Hochschulen mit den Fachrichtungen Landschaftsarchitektur, Städtebau, Architektur und Kunst wurden eingereicht. Insgesamt elf Beiträge sind mit einer Anerkennung zu prämiert worden. Gestaltungsvorschläge wie die Wiederherstellung von Raumkanten durch Stahlseile, die Nutzung der Brandwände zur privaten Wohn- und Freiraumerweiterung, die Ausbildung eines Parksystems oder künstlerische Beiträge wie die Beleuchtung von Ruinen oder die Installation verschiedener Kunstobjekte sind innovative Ansätze der Studierenden. Aber auch bodenständige Ideen wie die Ausbildung einzelner Themengärten unter Einbeziehung ehemaliger Grundstücksgrenzen oder das Angebot von Mietergärten, begrenzt durch einen öffentlichen Parkstreifen, wurden prämiert und zur weiteren Bearbeitung empfohlen.

Im Rahmen der “Beiträge zur Stadtentwicklung" wird derzeit die Dokumentation vorbereitet, deren Fertigstellung Juni zu erwarten ist (Bezugsquelle: Amt für Stadtsanierung, Prager Str. 26, 04103 Leipzig). Darüber hinaus möchte die Stadt Leipzig die prämierten Beiträge auf geeigneten Flächen realisieren und mit ersten Umsetzungen noch in diesem Jahr beginnen. Mit Hilfe von Gestaltungsvereinbarungen zwischen Grundstückseigentümern und der Stadt soll eine rechtliche Grundlage geschaffen werden, die eine temporäre öffentliche Nutzung auf Flächen in Privateigentum zuläßt.

Infos: Städtisches Pilotprojekt, Nikolaistr. 27129, 04109 Leipzig, Tel. 0341-140890

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