ARCH+ 168


Erschienen in ARCH+ 168,
Seite(n) 30-32

ARCH+ 168

Die Karawane zieht weiter

Von Sudjic, Deyan

 

Peking erlebt gegenwärtig ein wahres Baufieber, eine Abriß- und Wiederaufbauorgie, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. Die Stadt ist das Zentrum der weltweit am schnellsten wachsenden Binnenwirtschaft und Schauplatz eines titanischen Ringens zwischen einem totalitären politischen System und der Liberalisierung, die mit dem wirtschaftlichen Wandel einhergehen dürfte. Daß Peking derzeit die Ankunft jener internationalen Architektenkarawane erlebt, die von Boomtown zu Boomtown pilgert, von Tokio nach Dubai, hängt eng mit diesen drei Phänomen zusammen. Im September 2003 gaben sich in Peking binnen einer Woche Arata Isozaki, Zaha Hadid und Winy Maas die Klinke in die Hand. Norman Foster hat den Wettbewerb für den Bau des neuen Flughafens der Stadt gewonnen, Jacques Herzog steckt in den Vorbereitungen für den Baubeginn des Olympiastadions. Christian de Portzamparc entwirft einen neuen Vorort, und Riken Yamamoto wird demnächst einen riesigen Wohnkomplex fertigstellen. Die Stadt steht zweifellos im Begriff, jene konturlose Anonymität abzustreifen, die bislang das Kennzeichen der dort aus dem Boden schießenden Neubauten gewesen ist.

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