ARCH+ 204


Erschienen in ARCH+ 204,
Seite(n) 86-91

ARCH+ 204

Fallstudie Potsdam – Knobelsdorff ist nicht zu (s)toppen

Von Felgendreher, Daniel /  ARCH+

Wie zahlreiche andere deutsche Städte bezieht sich auch Potsdam in seiner Stadtentwicklung seit der Wiedervereinigung immer stärker auf die Vergangenheit. Potsdams Hochphase im Zeitalter des Absolutismus war stets eng verknüpft mit der aktiven Gestaltung durch die preußischen Fürsten und Könige, die es zu ihrer Sommerresidenz wählten und zu einer Kulturlandschaft mit einem Netz von Schlössern und Landschaftsgärten ausbauten. Das Ergebnis wird als „Gesamtkunstwerk“ hoch geschätzt. Allerdings zeichnet sich damit auch ein Stadtentwicklungsmuster ab: die totale Überformung der Stadtlandschaft durch die jeweils herrschenden Eliten. So nutzte die DDR die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg dazu, das nunmehr ungeliebte „feudale“ Erbe großzügig abzuräumen und das Zentrum mit einer sozialistischen Planung zu überformen. Zukunft hieß das Stichwort. Dieser Zwang zur ideologischen Korrektur des Stadtbildes setzt sich nach der Wiedervereinigung fort – nur dieses Mal unter umgekehrten Zeichen: Vergangenheit ist die neue Zukunft.

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