ARCH+ 204


Erschienen in ARCH+ 204,
Seite(n) 104-111

ARCH+ 204

Fallstudie Frankfurt – Rekonstruktion in drei Akten

Von Häger, Benjamin /  Schmidt, Verena /  ARCH+

Erster Akt: Rekonstruktion der Repräsentation Das durch Bombenangriffe stark zerstörte Frankfurt wird nach dem Krieg großzügig enttrümmert und im Rahmen des Hauptstraßenwettbewerbs (1947) und des Generalfluchtlinienplans (1948) leicht umorganisiert und für einen funktionalistischen Wiederaufbau vorbereitet. Dabei wird das Areal zwischen Dom und Römer verkehrsberuhigt angelegt und stadträumlich von dem nördlich angrenzenden Geschäftszentrum getrennt. Indes werden im Kontext der bevorstehenden Staatsgründung der Bundesrepublik die repräsentativen Monumente wiederhergestellt und als gebaute Argumente ins Rennen um den Hauptstadttitel geschickt: Der Dom erinnert an die bedeutende Stadtgeschichte als Wahl- und Krönungsort des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, der Römerberg verkörpert die unabhängige und wirtschaftlich erfolgreiche Bürgerstadt der frühen Neuzeit, die Paulskirche steht für den historischen Demokratieversuch von 1848, während das Goethe-Haus die humanistische Tradition der deutschen Hochkultur symbolisiert.

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