ARCH+ 209


Erschienen in ARCH+ 209,
Seite(n) 14-17

ARCH+ 209

STADTKONZEPTE

Von Gegidze, Mariam /  Spruth, Daniel /  Domhardt, Konstanze Sylva

Seit jeher wird die Londoner Stadtproduktion von privaten Entwicklern bestimmt. Die im Vergleich zu kontinentaleuropäischen Städten traditionell schwach ausgebildete kommunale Planungsinstanz lässt in London periodisch den Willen aufkeimen, eine übergeordnete Planung zu etablieren. Die wiederkehrenden Versuche, „Große Pläne“ durchzusetzen, wie beispielsweise schon beim Wiederaufbau nach dem „Great Fire“ von 1666, scheiterten jedoch stets. Entsprechende Ansätze lassen sich auch in der Moderne festmachen – vor allem im Zusammenhang der frühen stadtplanerischen Tätigkeiten der Modern Architectural Research (MARS) Group.

Wie Konstanze Sylva Domhardt im folgenden ausführt, vollzog sich im Laufe der 1930er und 1940er Jahre ein tiefgreifender Wandel im stadtplanerischen Denken, das sich von radikalen Planungsideologien abwandte. Stattdessen setzte man nun auf eine sozialräumlich differenzierte Betrachtungsweise der Stadt, welche die vorgegebenen Eigenheiten Londons stärker berücksichtigte. Mit den Wiederaufbauplänen nach dem Zweiten Weltkrieg setzt sich die Idee durch, die Stadt nicht mehr großmaßstäblich zu überformen, sondern jene aus der privaten Stadtproduktion entstandene Kleinteiligkeit zu akzeptieren und als Netzwerk einzelner Einheiten in Form von Urban Constellations zu denken. ...

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