ARCH+ 209


Erschienen in ARCH+ 209,
Seite(n) 60-61

ARCH+ 209

Die Macht der Quadratmeile. Die City of London als Sonderfall

Von Stäuber, Peter

London, genauer gesagt die City of London, ist eines der wichtigsten Finanzzentren der Welt, in vielerlei Hinsicht das bedeutendste überhaupt – und das, obwohl Großbritannien längst sein Weltreich verloren hat. Woher kommt das? Woher kommt die Sonderstellung, die dieser Teil der britischen Hauptstadt einnimmt? Wie ist es möglich, dass sich mitten in London eine der bedeutendsten Steueroasen der Welt befindet? Und warum ist die britische Finanzindustrie so mächtig? Damit hängen entscheidende Fragen des britischen Wirtschaftssystems, der Politik und der Demokratie zusammen.

Die City of London ist zunächst einmal ein Ort: Sie umfasst auf einer Fläche von rund einer Quadratmeile ein kleines Gebiet im Stadtkern der britischen Hauptstadt, das sich vom Ufer der Themse Richtung Norden erstreckt. Andererseits war sie schon im Mittelalter eine Verwaltungseinheit gewesen, die sich trotz der Expansion der Metropole über die einst eng gezogene Siedlungsgrenze hinaus eine rechtliche Autonomie bewahren konnte, die heute noch in der City of London Corporation als Verwaltungsbehörde ihren Ausdruck findet. Schon früh hatte die City der englischen Monarchie erhebliche Privilegien abgewinnen können; selbst Wilhelm der Eroberer, der ab 1066 England kontrollierte, tastete die Gesetze nicht an, die sich die Londoner gegeben hatten. ...

 

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