ARCH+ 210


Erschienen in ARCH+ 210,
Seite(n) 6-19

ARCH+ 210

Auf dem Wege zu einer bürgerlichen Architektur

Von Posener, Julius

Hätte diese Vorlesung vor zehn Jahren stattgefunden, so wären ihr Ausgangspunkt und ihre Haltung wohl etwas anders gewesen, als sie es heute sein können. Damals konnte man in der Architektur, welche in der kurzen Zeit zwischen 1925 und 1930 ihre Prägung erhielt, ein Endgültiges sehen. Es hat innerhalb dieses Stiles verschiedene Strömungen gegeben. Man hat sich länger als zehn Jahre schon damit beschäftigt, sie neu zu werten, der orthodoxen Linie, mit welchem Ausdruck wir die Architektur der drei großen Meister bezeichnen wollen, Le Corbusier, Ludwig Mies van der Rohe und Walter Gropius, das sogenannte „neue bauen“ Hugo Härings entgegenzustellen. Ebenfalls älter als zehn Jahre sind aber auch die Wiederentdeckungen der Architekturen, die von der orthodoxen Linie stilistisch verschieden sind, die der Konsolidierung des Modernen Stils, um es wirklich einmal so zu nennen, in den späten 20er Jahren vorausgegangen sind: des Expressionismus in der Architektur, des italienischen Futurismus und weiter zurück des Jugendstils, sogar der Gründerjahre und schließlich und endlich der Architektur im Jahrzehnt vor dem ersten Kriege, welche die Historiker der neuen Architektur als eine Vorstufe zu bezeichnen liebten. Man begann nun in dieser Vorstufe spezifische Werte zu sehen und einen spezifischen Charakter. Alle diese rückgewandten Entdeckungen und neuen Wertungen sind gegen das Phänomen der stilistischen Konsolidierung in den späten 20er Jahren gerichtet. Denn: Um dieses Phänomen handelt es sich, und es war phänomenal: Meister des Jugendstils, soweit sie noch tätig waren, Henry van de Velde etwa, oder Peter Behrens, haben sich dem neuen Stil angepasst. Das gleiche gilt von den Meistern des Expressionismus, also von Hans Poelzig und ganz gewiss von Bruno Taut. Auch die Architekten des „neuen bauens“, Hugo Häring und Hans Scharoun, haben sich um 1930 der Formensprache der Moderne bedient.Hätte diese Vorlesung vor zehn Jahren stattgefunden, so wären ihr Ausgangspunkt und ihre Haltung wohl etwas anders gewesen, als sie es heute sein können. Damals konnte man in der Architektur, welche in der kurzen Zeit zwischen 1925 und 1930 ihre Prägung erhielt, ein Endgültiges sehen. Es hat innerhalb dieses Stiles verschiedene Strömungen gegeben. Man hat sich länger als zehn Jahre schon damit beschäftigt, sie neu zu werten, der orthodoxen Linie, mit welchem Ausdruck wir die Architektur der drei großen Meister bezeichnen wollen, Le Corbusier, Ludwig Mies van der Rohe und Walter Gropius, das sogenannte „neue bauen“ Hugo Härings entgegenzustellen. Ebenfalls älter als zehn Jahre sind aber auch die Wiederentdeckungen der Architekturen, die von der orthodoxen Linie stilistisch verschieden sind, die der Konsolidierung des Modernen Stils, um es wirklich einmal so zu nennen, in den späten 20er Jahren vorausgegangen sind: des Expressionismus in der Architektur, des italienischen Futurismus und weiter zurück des Jugendstils, sogar der Gründerjahre und schließlich und endlich der Architektur im Jahrzehnt vor dem ersten Kriege, welche die Historiker der neuen Architektur als eine Vorstufe zu bezeichnen liebten. Man begann nun in dieser Vorstufe spezifische Werte zu sehen und einen spezifischen Charakter. Alle diese rückgewandten Entdeckungen und neuen Wertungen sind gegen das Phänomen der stilistischen Konsolidierung in den späten 20er Jahren gerichtet. ...

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