ARCH+ 210


Erschienen in ARCH+ 210,
Seite(n) 192-199

ARCH+ 210

Großstädtische Planungen im 19. Jahrhundert

Von Posener, Julius

Unser Thema ist die große Stadt im 19. Jahrhundert. Wir haben gesehen, wie Berlin sich als eine bipolare Stadt entwickelt hat: Innerhalb der Ringbahnmauer die Mietskasernenstadt, außerhalb die Stadt der Schrebergärten und dann die Stadt der Gartenvororte. Das ist seitdem der Charakter von Berlin, und das ist ein Grund, warum man die Vororte nicht zerstören sollte. Diese Stadt wurde geplant, aber sie wurde von zwei Männern geplant: die Innenstadt von James Hobrecht – genauer von Peter Joseph Lenné und Hobrecht –, die Vororte von Johann Anton Wilhelm von Carstenn, wieder genauer von Carstenn und von den Terraingesellschaften, die nach Carstenn ihre Vororte eben da angelegt haben, wo Carstenn sie vorgesehen hatte. Berlin ist ein Unikum. London wuchs planlos, wobei das Georgian-Schema der Reihenhäuser mit Gärten in der Mitte des Blockes beibehalten wurde: Die Stadt wuchs nach allen Seiten ins Unermessene als eine Reihenhausstadt. Paris ist die erste Stadt, welche geplant wurde; denn die Arbeit des Präfekten des Departements Seine – das ist Paris – begann 1853, während Hobrecht seinen Plan erst 1862 fertigstellte. ...

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