ARCH+ 213


Erschienen in ARCH+ 213,
Seite(n) 76-77

ARCH+ 213

Kahvehanes. Zur Geschichte des türkischen Cafes

Von Strieder, Theresa /  Altenmüller, Heinrich

Die Tradition des türkischen Männercafés geht auf das 16. Jahrhundert zurück. Die Einführung des Kaffees (Kahve) im Orient ist zeitlich ungeklärt, das erste Kaffeehaus in Istanbul ist 1475 nachgewiesen. Die Kaffeehäuser waren allen gesellschaftlichen Schichten offen und entwickelten sich zu “dem” Ort des öffentlichen Lebens. Hier wurden Geschichten erzählt, Theater gespielt, es wurde gehandelt, geredet, gelesen, gespielt, geraucht oder einfach das Treiben außerhalb beobachtet. In der Typologie des Kahvehane haben Grenzen eine besondere Bedeutung, sie definieren über verschiedene sehr feine Schwellen (Stufen, Sockel, Brüstung, Öffnungen der Außenwand, diaphane Wand, Sturz, Decke, Brunnen) einen Raum, ermöglichen aber auch die Teilhabe am größeren umgebenden Raum der Stadt. Der soziale Raum der Frauen in der islamischen Gesellschaft ist das Haus, hier besuchen sich Freundinnen untereinander, die Männer müssen dann das Haus verlassen; sie gehen ins Kaffeehaus. …

SSS Siedle Dornbracht Euroboden
Feedback erwünscht!