ARCH+ 144/145


Erschienen in ARCH+ 144/145,
Seite(n) 112-119

ARCH+ 144/145

Walter Benjamin und Sigfried Giedion oder die Wege der Modernität

Von Brüggemann, Heinz

Der rustikale holzgetäfelte Innenraum muß ihm in diesem Kriegsjahr wie eine Schutzhütte, ein befestigter Ort Schweizer Stabilität erschienen sein: "Hier weiß man noch, wo man steht, hier ist das Leben konstant geblieben", hat er gemeint, sich im Raum umsehend. Aber anschließend, so berichtet Carola Giedion-Welcker, kam bei Joyce immer auch die Kehrseite der Medaille: "so wurde auch gegenüber Ruhe und Sicherheit die überbetonte Schweizer Sauberkeit und Ordnung mokant gestreift und als selbstgefälliger Trieb beleuchtet, der für Joyce – auch in der modernen Architektur – beinah sterilisierend wirkte. Das Thema beim Abschied wieder aufgreifend, begann er nun sogar das hohe Lob des Schmutzes auszusprechen: ‘Sie wissen gar nicht, wie großartig der Dreck ist’, sagte er wie abschließend. Man stand schon auf der Straße... Es war das letzte, seltsam burleske Wort, das ich direkt von ihm hörte und das schon wie ein Murmeln aus der Dunkelheit quoll." …

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