ARCH+ 214


Erschienen in ARCH+ 214,
Seite(n) 114-117

ARCH+ 214

Dogma: Live Forever - The Return of the Factory

Von Dogma /  Lusic-Alavanja, Sara /  Ngo, Anh-Linh /  Reese, Achim

Andy Warhols Entscheidung, sein Atelier 1962 „The Factory“ zu nennen, verweist nicht nur auf die vorherige Nutzung des Gebäudes als Fabrik, sondern entspricht auch seiner Maxime „art is business“. Damit greift Warhol einer Entwicklung vor, die sich in den fortgeschrittenen Ökonomien in den vergangenen Jahrzehnten vollzogen hat: Während die industrielle Produktion immer stärker zurückgeht und ausgelagert wird, gewinnt die Kreativwirtschaft an Bedeutung. Der Künstler ist in dieser Entwicklung ein prototypischer Vertreter dieser creative industries, der sich einer Produktionsweise unterwirft, die sich durch hohe Erfordernisse an Flexibilität und Anpassungsbereitschaft auszeichnet und weder einen festen Arbeitsplatz noch die sozialen Absicherungssysteme kennt, für die die organisierte Arbeiterschaft lange gekämpft hat. An die Stelle des industriellen Proletariats ist heute ein kreatives Prekariat getreten. …

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