ARCH+ 214


Erschienen in ARCH+ 214,
Seite(n) 124-129

ARCH+ 214

Made in: Kunstmuseum Basel - Erweiterungsbau

Von Made in /  Redeker, Stephan /  Reese, Achim

Das Kunstmuseum Basel, ein Bau von Paul Bonatz und Rudolf Christ aus den Jahren 1931–36, soll erweitert werden. Der Wettbewerbsbeitrag sieht einen aus Kuben zusammengesetzten Solitär vor, der unterirdisch mit dem historischen Bau verbunden ist. Durch den Abriss des benachbarten Geschäftshauses „Burghof“ bot sich die seltene Gelegenheit, die dringend erforderlichen Ausstellungs- und Lagerflächen vis-à-vis des Altbaus zu schaffen. Dabei verzichten Made in, im Gegensatz zu den anderen Wettbewerbsteilnehmern darauf, das Grundstück auf der gegenüberliegenden Straßenseite vollständig zu bebauen. Durch die Entscheidung, den Neubau als Würfel auf die trapezförmige Baufläche zu setzen, werden Freiflächen geschaffen, die den Stadtraum erweitern und zum Teil öffentlich zugänglich sind. Ein Teil der Nutzfläche musste dadurch in einem zweigeschossigen Tiefbau untergebracht und die Technikzentrale auf das Dach ausgelagert werden.

Jedem Trakt des Komplexes schreiben die Architekten eine der beiden wesentlichen Aufgaben eines Museums zu: Der Altbau nimmt die permanente Sammlung auf; der Neubau ist hingegen für Wechselausstellungen gedacht. Dank verschiedener Schwellenelemente können zwischen und innerhalb der beiden Trakte die beiden Ausstellungsbereiche räumlich und konzeptuell verknüpft oder voneinander abgegrenzt werden: Dazu zählen eine raumhohe Drehtür, eine höhenverstellbare Plattform, Rolltreppen und eine versenkbare Rampe. Wesentliche Bedeutung kommt dabei der Plattform zu, die als ein Relais fungiert: Befindet sie sich in der oberen Position, sind Alt- und Neubau vollständig voneinander getrennt. Wird die Bodenplatte hingegen heruntergefahren, so entsteht im Untergeschoss ein zusätzlicher Raum, der nicht nur die beiden Haupttrakte miteinander verbindet, sondern auch einen Parcours schließt, zu dem neben den Haupt- und Wechselausstellungen auch der Skulpturengarten, die Bibliothek und das Foyer gehören. Die Idee, das Museum als Apparat zu definieren, bei dem eine Vielzahl von Einstellungsmöglichkeiten über Qualität und Effizienz des Betriebs bestimmen, setzt sich in gesteigertem Ausmaß innerhalb des Erweiterungsbaus fort. …

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