ARCH+ 168


Erschienen in ARCH+ 168,
Seite(n) 58-59

ARCH+ 168

Ningbo Campus

Von MADA s.p.a.m. /  Ma, Qingyun

Masterplan und Bibliothek

Masterplan: MADA s.p.a.m., Shanghai MA Qingyun

Schafft die Campusuniversität Urbanität oder ist sie eine elitäre Enklave? Ist Ausbildung Wissensvermittlung oder ein wechselbezüglicher Prozeß von Lehren und Lernen? Ist Universität Universum oder Stadt? Wie kann Architektur dazwischen vermitteln?

Obwohl das Lernen unsere Zivilisation von Anbeginn an begleitet hat, ist Ausbildung in Form einer organisierten Aktivität ein Ergebnis der urbanen Entwicklung. Wenn wir die Ausbildung als ein Phänomen des Ideenaustausches betrachten, bei dem Informationen durch verschiedene Menschen auf verschiedenen Wegen eingebracht werden, wird sofort klar, daß die Stadt selbst eine Universität ist. Anders gesagt: Eine Universität ist eine verdichtete Stadt. Was wir wollen, ist ein Campus mit hoher Urbanität. Nähe als Voraussetzung für Dichte ist grundlegend für die Bildungsarbeit, die letztlich in der Interaktion zwischen Bekanntem besteht, um das Unbekannte aufzudecken. Nähe erzeugt ferner Flexibilität. Sie erhöht die Effektivität sowohl der eingesetzten Mittel als auch der Zeit. Dichte ermöglicht eine leichte Anbindung an eine bestehende oder zukünftige Umgebung. Sie ist ein urbaner Katalysator, der verbindet, stimuliert und diversifiziert.

Im Gegensatz zur herkömmlichen Campustypologie, die eine Verteilung der Einzelgebäude in der Landschaft vorsieht, wird hier der Versuch unternommen, die Architektur, so weit es geht, zu konsolidieren. Dies resultiert in einer Megastruktur, die unterschiedliche Programme und Bildungsebenen in eine räumliche Einheit einbindet und eine neue Beziehung zur Landschaft eingeht, in der die Gebäude nicht länger als vereinzelte Figuren auf dem Hintergrund Landschaft schweben, sondern die Natur von der Architektur zusammengefaßt wird.

Groundscraper

Der Masterplan sieht die Unterbringung des gesamten Campus in zwei Superblocks vor: in dem einen die Lehreinrichtungen, in dem anderen die Unterkünfte. Die Service-Einrichtungen für Sport, Unterhaltung, Verwaltung sowie Bibliothek und Forschungslabore werden als “Monumente” behandelt, die in dem Ensemble – je nach ihrer Lage – als verbindendes oder trennendes Element fungieren. Die maximale Verdichtung zu beiden Enden des Grundstücks hin läßt ein offenes Feld in der Mitte entstehen. Somit ist eine zukünftige Erweiterung des Campus innerhalb des vorgegebenen Rahmens gewährleistet, was ein Hauptproblem der bisherigen Praxis darstellte – verbunden mit dem Verlust von Dichte aufgrund der weit über die Stadt verstreuten Einrichtungen.

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