ARCH+ 219


Erschienen in ARCH+ 219,
Seite(n) 12-27

ARCH+ 219

Willfährigkeit des Klassizismus?

Von Heinrich, Klaus

Ich möchte in dieser Stunde zweierlei tun: zum einen sozusagen rituell noch einmal ausführen, worum es sich in dieser ganzen Veranstaltungsreihe handelt, zum anderen anhand der Wiederholung die Fragestellung für dieses Semester vorbereiten. Die Frage, die über der Veranstaltungsreihe steht – die nach dem Verhältnis von ästhetischem und transzendentalem Subjekt –, wirft tatsächlich ein Problem auf, mit dessen zwei Seiten wir uns in den vergangenen Semestern beschäftigt haben und weiter beschäftigen müssen. Erstens: Was wird nicht alles für dieses moderne Erfahrungs- und Produktions- und Zurichtungssubjekt, das wir unter dem Begriff des transzendentalen Subjektes zusammenfassen, geopfert? Unter diesem Gesichtspunkt konnten wir das ästhetische Subjekt als Protestsubjekt verstehen, das bei diesen Opferungen nicht mitmachen will. Denn es ist nicht nur Kunstsubjekt, sondern auch Triebsubjekt. Es kann sich aber auch davon scheiden, sodass Triebsubjekt und Kunstsubjekt auseinandertreten. Zweitens: Es ist schließlich – da waren wir in den letzten zwei Semestern gelandet – auch politisches Subjekt, das wir unter Zuhilfenahme eines weiteren Begriffs, der das Problem von einer anderen Seite beleuchtet, als Veranstaltungssubjekt definiert haben. …

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