ARCH+ 219


Erschienen in ARCH+ 219,
Seite(n) 28-43

ARCH+ 219

Karl Friedrich Schinkel und Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff

Von Heinrich, Klaus

Ich hatte in der letzten Vorlesung darauf hingewiesen, dass wir, wenn wir von der kultischen Seite der Architektur sprechen, im Grunde genommen immer von Arbeitsprozessen sprechen, die wir historisch voraussetzen müssen und die darin zum Ausdruck kommen. Denn es gibt gar keine Architektur ohne Repräsentationscharakter. Es gibt keine nicht-repräsentative Architektur. Alle Bereiche der Realität wirken in der Vorstellung von Repräsentation mit: Anorganisches, Organisches, Humanes. Es ist gar nicht möglich, Gebautes über die Äußerungen der lebendigen Natur hinauszudenken, auch wenn es sich noch so sehr von ihr abstößt. Noch in die allerillusionärste Architektur wird ein Teil anorganischer Festigkeit dieser Natur eingehen. Es ist nicht möglich, sich der Vorstellungen des vegetativen Wachstums zu entledigen. Es ist nicht möglich, sich der animalischen Seite der Architektur zu entledigen. Man kann eine Höhle nicht nur als Höhle in der Erdoberfläche, als Einhöhlung denken, sie wird immer auch Leibesinnenraum sein. Es ist nicht möglich, dass wir Bauten ohne Bezug auf den Körper denken. Von Baukörpern zu reden hat nicht nur metaphorischen Sinn. …

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