ARCH+ 143

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Erschienen in ARCH+ 143,
Seite(n) 82-85

ARCH+ 143

Nicht unbedingt modern

Von Georgiadis, Sokratis

"Aspekte der Modernität" war der Titel eines von Hans Steffen 1965 herausgegebenen Sammelbandes, in welchen u.a. die auf den Begriff selbst bezogenen "wortgeschichtlichen Betrachtungen" von Hans-Robert Jauss aufgenommen wurden. Der im letzten Jahr verstorbene Romanist deckte in seinem Aufsatz auf, daß der Begriff eine erstaunlich lange literarische Verwendungstradition besitzt, welche bis ins 5. Jahrhundert zurückreicht, d.h. in die Zeit des Übergangs vom alten Rom zur neuen christlichen Welt. Jauss erzählte die Geschichte der multiplen Bedeutungsverschiebungen, die das Wort von da an bis zum 19. Jahrhundert erfuhr, um zu dem Resultat zu gelangen: Unabhängig davon, daß die substantivische Form des Wortes – la modernité im Französichen (1849), die Moderne im Deutschen (1887) – jüngeren Datums ist, ist dieses "weder für unsere Zeit geprägt worden, noch scheint es überhaupt geeignet, das Einmalige einer Epoche unverwechselbar zu kennzeichnen"...
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